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US-Börsen

Wall Street kämpfte sich ins Plus zurück

Risikolust überschattete anfängliche Gewinnmitnahmen.

Die New Yorker Aktienbörse hat am Donnerstag mit festeren Kursen geschlossen. Der Dow Jones Industrial Index stieg 65,89 Punkte oder 0,52 Prozent auf 12.695,92 Einheiten. Der S&P-500 Index gewann 6,57 Punkte (plus 0,49 Prozent) auf 1.348,65 Zähler. Der Nasdaq Composite Index erhöhte sich um 17,98 Einheiten oder 0,63 Prozent auf 2.863,04 Zähler.

Der neuerliche Schwächeanfall der Rohstoffe, der das europäische Börsenumfeld klar im Minus schließen ließ, fesselte die amerikanischen Leitbörsen nicht lange. Die anfänglichen Kursverluste wurden zur Gänze kompensiert und die Wall Street kämpfte sich im Handelsverlauf in die Gewinnzone zurück. Nach anfänglichen Gewinnmitnahmen sei die Risikolust wieder entfacht, so Händler.

Marktbewegende Impulse gingen hauptsächlich von Unternehmensseite aus. Einen Beitrag aus der Konjunkturdatenfront suchte man heute vergeblich. Die vor Börsenstart veröffentlichten Einzelhandelsumsätze, die im April etwas weniger als von Experten erwartet zugelegt hatten und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die ohne Überraschungen nicht ganz so stark zurückgingen wie im Schnitt gerechnet wurde, fangen unter Anlegern wenig Beachtung.

In einem Branchenvergleich zeigten sich die anfänglich angeschlagenen Minen- und Ölwerte im Plus. Aktien von Chevron gingen mit einem Plus von 0,49 Prozent bei 102,76 Dollar aus dem Handel. Titel von Halliburton legten zu Handelsschluss 0,45 Prozent auf 46,64 Dollar zu und auch Papiere von Alcoa drehten mit plus 0,59 Prozent bei 17,15 Dollar in die Gewinnzone.

Stark präsentierte sich auch am heutigen Börsentag die Lebensmittelbranche. Kraft Foods schlossen mit einem Plus von 1,40 Prozent bei 34,75 Dollar, Anheuser-Busch stiegen um 1,58 Prozent auf 59,17 Dollar und General Mills legten 1,83 Prozent auf 39,51 Dollar zu.

Für die größten Impulse sorgte jedoch Cisco Systems. Der IT-Branchen-Primus konnte seine Verluste bedingt durch den schwachen Ausblick nicht bis Börsenschluss wettmachen. Im dritten Geschäftsquartal fiel der Gewinn des Netzwerkausrüsters um 18 Prozent auf 1,8 Mrd. Dollar. Vor allem Ausgaben in den Bereichen Vertrieb und Marketing sowie höhere Steuern lasteten auf das Ergebnis. Besonders enttäuscht zeigten sich Anleger jedoch durch den Ausblick, in dem ein 1-Milliarden-Dollar-Sparpaket sowie ein weltweiter Stellenabbau angekündigt wurde. Cisco schlossen mit minus 4,78 Prozent bei 16,93 Dollar in der Verlustzone.

Ebenfalls für Nachrichten sorgte das US-Finanzministerium im Zusammenhang mit American International Group (AIG) und General Motors (GM). Im Zuge ihres Rückzugsprogramms aus dem staatlich gestützten Versicherungsgiganten AIG, will die Regierung zwar einen kleinen Teil ihrer Anteile am Markt anbieten, plant jedoch diesen Verkauf nur bei Gewinnaussichten zu verwirklichen. Da der Kurs der frei gehandelten AIG-Anteilsscheine derzeit so niedrig ist, könnte dem Steuerzahler im schlimmsten Fall ein Verlust drohen. AIG gingen mit einem Plus von 1,70 Prozent bei 31,17 Dollar aus dem Handel.

Auch im Falle von General Motors zögert das US-Finanzministerium. Kreisen zufolge wolle die Regierung zuerst die Unternehmenszahlen für das erste Halbjahr, die im August veröffentlicht werden sollen, abwarten, bevor es mit dem Verkauf beginnt. Die Option, die gehaltenen Anteile direkt an den Autobauer zu verkaufen, hätte das Finanzministerium abgelehnt. General Motors konnten ihre Kursgewinne etwas ausbauen und schlossen mit einem Plus von 0,38 Prozent bei 31,42 Dollar.

Zweierlei Neuigkeiten gab es auch für Microsoft. Während Google mit seinem Betriebssystem "Chrome OS" derzeit zum Großangriff auf Microsoft bläßt und Windows als ein "fehlerhaftes Modell" bezeichnet, gab die US-Kartellbehörde bekannt, dass der US-Softwareriese nicht mehr unter besonderer Aufsicht stehe. Die nach einem langwierigen Monopolverfahren im Jahre 2002 angeordnete Überwachung des US-Konzerns lief nach Angaben des Justizministeriums am heutigen Tage aus. Microsoft dominiere die Computerindustrie nicht mehr wie Ende der 90er Jahre, so das Ministerium. Microsoft-Titel notierten zu Handelsschluss mit minus 0,16 Prozent bei 25,32 Dollar.