ATX verlor kurzfristig rund drei Prozent

Wiener Börse

ATX startet schwächer in die Handelswoche

Der ATX büßte 20,32 Punkte oder 1,02 Prozent auf 1.969,10 Einheiten ein.

Die Wiener Börse hat die Sitzung am Montag bei moderatem Volumen mit tieferen Notierungen beendet. Der ATX büßte 20,32 Punkte oder 1,02 Prozent auf 1.969,10 Einheiten ein. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 26 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 1.995 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -1,31 Prozent, DAX/Frankfurt -1,80 Prozent, FTSE/London -0,54 Prozent und CAC-40/Paris -1,61 Prozent.

   Hatte der ATX im Frühhandel noch mit kräftigen Gewinnen tendiert, büßte er ab Mittag zusehends an Terrain ein und drehte im Nachmittagshandel schließlich ins Minus. Belastet wurde das Wiener Börsenbarometer von negativ aufgefassten Aussagen aus dem deutschen Finanzministerium, die im Mittagshandel die Gewinne an den europäischen Handelsschauplätzen dahinschmelzen ließen. Demnach werde auf dem EU-Gipfel Ende dieser Woche wohl keine endgültige Lösung für die Euro-Schuldenkrise präsentiert.


   Am Nachmittag standen schließlich noch Konjunkturdaten aus den USA auf der Agenda. Während sich der Empire State Index - der Konjunkturindex für das Verarbeitende Gewerbe in New York - im Oktober mit einem Anstieg um rund 0,4 auf minus 8,48 Punkte deutlich weniger stark aufhellte als im Vorfeld angenommen, fiel die US-Industrieproduktion im September mit einem Anstieg um 0,2 Prozent im Rahmen der Erwartungen aus.

   Unter den Wiener Einzelwerten zogen zum Wochenstart die Papiere der schwergewichtigen Telekom Austria die Blicke auf sich, nachdem das Unternehmen den Einstieg des Investors Ronny Pecik bestätigt hatte. Die Aktie ging schließlich um 0,57 Prozent leichter auf 8,20 Euro aus dem Handel, nachdem sie zwischenzeitlich über zwei Prozent im Plus gelegen war.

   Im Blick standen einmal mehr auch die Bankenwerte, die die Sitzung nach einem volatilen Handel in der Verlustzone beendeten. Raiffeisen schwächten sich bis Börsenschluss um 1,11 Prozent auf 22,20 Euro ab, Erste Group verloren gar um 2,38 Prozent auf 15,99 Euro. Im Frühhandel hatten die Bankentitel noch mit kräftigen Aufschlägen notiert, waren angesichts der Aussagen aus dem deutschen Finanzministerium aber zusehends unter Druck geraten.

   Größere Einbußen gab es auch in voestalpine zu beobachten, die mit einem kräftigen Minus von 4,63 Prozent auf 22,85 Euro als schwächster ATX-Wert aus dem Handel gingen. Zwischenzeitlich hatten die Titel wie der gesamte Rohstoffsektor in Europa sehr freundlich tendiert.

   Etwas höher schlossen indes Vienna Insurance Group, die sich nach einer Kaufempfehlung durch die Raiffeisen Centrobank (RCB) um 0,16 Prozent auf 28,68 Euro verteuerten. Die Finanzexperten hatten das Anlagevotum für die Versicherungswerte von "hold" auf "buy" nach oben revidiert, das Kursziel aber unverändert bei 36,50 Euro belassen.

   Auch Agrana konnten sich mit einem Plus von 1,08 Prozent auf 82,98 Euro dem negativen Umfeld widersetzen. Die Wertpapieranalysten der Erste Group hatten die Aktie von "accumulate" auf "hold" zurück genommen und auch das Kursziel nach unten revidiert.