Wiener Börse, ATX

Wiener Börse

Gewinnmitnahmen belasten europaweit

Der ATX fiel 19,57 Punkte oder 0,90 Prozent auf 2.145,30 Einheiten.

Die Wiener Börse hat die Sitzung am Donnerstag bei gutem Volumen mit leichteren Notierungen beendet. Der ATX fiel 19,57 Punkte oder 0,90 Prozent auf 2.145,30 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund fünf Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.150 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,61 Prozent, DAX/Frankfurt -1,76 Prozent, FTSE/London -1,15 Prozent und CAC-40/Paris -1,42 Prozent.

Auch das europäische Umfeld präsentierte sich am Berichtstag durchwegs leichter. Am Markt sprach man von Gewinnmitnahmen unmittelbar vor dem Quartalsende. Belastend wirkte sich eine mit Enttäuschung aufgenommene Anleihenauktion in Italien aus, zuvor hatten bereits schwächere Überseevorgaben für eine verhaltene Stimmung gesorgt. Positive Impulse vonseiten der US-Konjunkturdaten blieben ebenfalls aus, die mit Spannung erwarteten Arbeitsmarktdaten für die vergangene Woche fielen etwas schwächer aus als im Vorfeld erwartet.

Belastet von den kräftigen Verlusten italienischer Bankenpapiere infolge der enttäuschend verlaufenen Anleihenemission rutschte der Bankenbereich ans untere Ende der Sektorentafel. Die heimischen Branchenvertreter Erste Group und Raiffeisen Bank International (RBI) schlossen mit Verlusten von 3,09 Prozent auf 17,08 Euro bzw. 1,43 Prozent auf 25,91 Euro.

Im Rahmen der heutigen Bilanzpressekonferenz für 2011 sagte RBI-Chef Herbert Stepic, derzeit keine Notwendigkeit für neues Kapital aus einer Kapitalerhöhung zu sehen. Zudem kündigte das Institut für 2011 eine neuerliche Dividendenausschüttung von 1,05 Euro je Aktie an. Am Markt war stattdessen eine scharfe Dividendenkürzung erwartet worden. Die vorläufigen Ergebnisse waren bereits im Vormonat veröffentlicht worden.

Gefragt war indes die schwergewichtige Andritz-Aktie, die nach Bekanntgabe einer Übernahme in den USA sowie eines millionenschweren Auftrags durch ThyssenKrupp 0,92 Prozent auf 72,71 Euro vorrückte. Tagessieger im prime market waren aber Century Casinos mit einem Zuwachs von 7,78 Prozent auf 2,29 Euro. Das Unternehmen hatte am Nachmittag für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Nettogewinn von 3,0 (1,0) Mio. Dollar bzw. 13 Cent je Aktie vermeldet.

Ebenfalls mit Ergebnissen im Blick standen Semperit und verbilligten sich um 2,19 Prozent auf 32,20 Euro. Das Unternehmen hatte in der Früh Bericht über die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Jahr abgelegt und dabei einen Anstieg beim Jahresüberschuss um 19,2 Prozent auf 54,1 (45,4) Mio. Euro vermeldet. Der Vorstand schlägt eine Dividende von nunmehr 0,80 Euro nach 1,25 Euro für 2010 vor.

Ein Analystenkommentar lag am Berichtstag zur voestalpine vor, die um 0,62 Prozent auf 24,94 Euro nachließ. Die Analysten von Nomura haben in ihrer jüngsten Sektorstudie die Einstufung "neutral" für den heimischen Stahltitel beibehalten, das Kursziel revidierten sie aber von 27,0 auf 29,0 Euro nach oben. Auf Europaebene gab der Rohstoffsektor gut ein Prozent nach.

Klar besser als der Gesamtmarkt performten wiederum Strabag-Aktien, die einen Zuwachs von 0,42 Prozent auf 22,85 Euro verzeichneten. Die deutsche 100-Prozent-Tochter Züblin hat in Nordrhein-Westfalen den Zuschlag für die Errichtung der Hochschule Hamm-Lippstadt erhalten. Dabei gehe es um Bauprojekte im Volumen von 100 Mio. Euro, teilte die Strabag per Aussendung mit.

Konjunkturseitig standen in Österreich die Frühjahrsprognosen des Wifo und des IHS auf der Agenda. Beide Institute bestätigten ihre Schätzung eines Wirtschaftswachstums von 0,4 Prozent (Wifo) bzw. 0,8 Prozent (IHS) für 2012.