Freihandelsabkommen für Japan

EU-Plan

Freihandelsabkommen für Japan

Das Angebot versteht sich als Unterstützung nach der Tsunami-Katastrophe.

Die Europäische Union (EU) will Japan nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe mit Handelserleichterungen unterstützen. Europa könne Japan bei dem gemeinsam geplanten Gipfel im Mai "den möglichen Beginn von Verhandlungen über eine Freihandelsvereinbarung anbieten", hieß es in einer kurz vor Ende des EU-Gipfels in Brüssel am Freitag in die Schlusserklärung eingefügten Passage.

Handelshindernisse
Das Zugeständnis geht weiter als angebotene Erleichterungen für Pakistan nach der verheerenden Flutkatastrophe im vergangenen Jahr. Voraussetzung für die EU ist allerdings, dass Japan bereit ist, über Handelshindernisse zwischen beiden Seiten außerhalb von Zöllen und Beschränkungen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge zu reden.

Immenser Schaden
Nach Schätzung der japanischen Regierung dürften die Zerstörungen durch das Erdbeben und den Tsunami bis zu 25 Billionen Yen (218 Mrd. Euro) kosten. Die immense Schadenssumme wird demnach das Wachstum der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt um etwa einen halben Prozentpunkt drücken. Japan hatte schon vor der Katastrophe im vergangenen Oktober Interesse an einem Freihandelsabkommen mit Europa nach dem Vorbild der EU-Vereinbarung mit Südkorea gezeigt. Dabei waren beide Seiten vergangenes Jahr übereingekommen, binnen fünf Jahren 98 Prozent der Schutzzölle und sonstigen Handelshemmnisse zu beseitigen.