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Für Europa

Gazprom droht erneut mit Lieferengpässen

Sollte Kiew offene Rechnung nicht zahlen, droht ein Gas-Stopp.

Der russische Gazprom-Konzern hat erneut mit einer Beeinträchtigung der Gaslieferungen nach Europa gedroht. Gazprom-Chef Alexej Miller erklärte in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung, die Lieferungen an die Ukraine würden in den kommenden beiden Tagen eingestellt, sollte Kiew seine Rechnungen nicht bezahlen.

"Das sorgt für erhebliche Risiken für den Gastransit in Richtung Europa", hieß es seitens Gazprom weiter.

Dauerstreit

Rund 15 Prozent des in Europa verbrauchten Gases werden über die Ukraine geleitet. Russland und die Ukraine befinden sich im Dauerstreit um die Begleichung ukrainischer Schulden aus dem Gashandel. Im Oktober hatten sich beide Seiten vorläufig darauf geeinigt, dass Kiew jedwede Gaslieferung aus Russland im Voraus bezahlen solle. Diese Abmachung läuft Ende März aus.

Am vergangenen Donnerstag hatte Gazprom damit begonnen, die Rebellengebiete im Osten der Ukraine mit Gas zu beliefern, weil die Regierung in Kiew diese von der Versorgung abgeschnitten habe. Zugleich fordert Moskau, dass Kiew diese Lieferungen bezahlen müsse. Ministerpräsident Dmitri Medwedew erklärte, angesichts der gelieferten Menge "reicht das ukrainische Geld nur für einige Tage". Aus "humanitären Gründen" werde Russland aber weiter Gas in die selbstproklamierten "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk liefern.

Ukraine will nicht zahlen

Der Chef des ukrainischen Gaskonzern Naftogaz hatte erklärt, seine Firma werde das Gas von Gazprom nicht bezahlen. "Wir haben keine Möglichkeit, die Menge oder die Verwendung zu überprüfen", sagte Andrej Kobolew. Naftogaz habe seit Beginn der Waffenruhe die Lieferungen in die Ostukraine, die wegen der Kämpfe unterbrochen worden seien, selbst wieder aufgenommen. Dass Gazprom nun seinerseits Gas in die Rebellengebiete liefere, sei "nicht hinnehmbar und ein Verstoß gegen die Verträge".