AIG-Chef wegen Staatskontrolle unzufrieden

AIG-Chef bleibt im Amt und kritisiert US-Regierung

Der Chef des staatlich gestützten US-Versicherungsriesen, Robert Benmosche, hat Spekulationen über einen möglichen Rücktritt dementiert. Zugleich kritisierte er die US-Regierung deutlich wegen der angeordneten Gehaltsgrenzen für Manager.

Zuvor hatte das "Wall Street Journal" berichtet, der AIG-Chef habe wegen der Staatskontrolle und der Vergütungslimits seinen Abgang angedroht. In seinem von der Zeitung dokumentierten Brief beklagte sich Benmosche nun erneut über die Gehaltsgrenzen: Der Verwaltungsrat und er selbst seien in der Tat "frustriert". Der Konzern führe zu dem Thema noch Diskussionen mit dem US-Finanzministerium.

US-Präsident Barack Obama hatte über einen eigens eingesetzten Gehaltsbeauftragten Grenzen für Vergütungen und Boni in staatlich gestützten Konzernen eingeführt. Benmosche hatte mehrmals kritisiert, dass es Washington dadurch schwermache, gute Leute zu halten.

Der einst weltgrößte Versicherer AIG musste in der Finanzkrise mit Milliardenhilfen der Regierung vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Insgesamt hatte der Staat einen Rahmen von 180 Mrd. Dollar abgesteckt. Die Regierung kontrolliert dafür eine Beteiligung von 80 %.