Anglo Irish Bank mit größtem Firmenverlust in Irlands Geschichte

Die verstaatlichte Bank hat mit 12,7 Mrd. Euro den höchsten Verlust in der Wirtschaftsgeschichte des Inselstaates verbucht. Die Abschreibungen in den 15 Monaten bis Dezember summierten sich auf 15,1 Mrd. Euro.

Zwei Drittel der dafür verantwortlichen Finanzpapiere wird das Institut nun in die Bad Bank des Landes entsorgen. Die Regierung pumpte nach zuvor 4 Mrd. Euro noch einmal 8,3 Mrd. in das Geldhaus und warnte zugleich, zur Deckung künftiger Verluste könnten noch einmal 10 Mrd. Euro nötig werden.

Nach dem Transfer in die Bad Bank soll der verbliebene Rest der Anglo Irish Bank in zwei Teile aufgespaltet werden - in ein funktionierendes Kreditinstitut und eine weitere Bad Bank. Bankchef Mike Aynsley hatte erst in der vergangenen Woche gewarnt, dass eine Abwicklung den irischen Staat bis zu 35 Mrd. Euro kosten könnte.

Die irischen Banken sind wegen ihres großen Engagements in riskantere Immobilienkredite massiv von der Rezession des Landes und den abstürzenden Häuserpreisen betroffen. Sie mussten daher zu einem großen Teil verstaatlicht werden, was wiederum das Haushaltsdefizit des Landes in die Höhe trieb.

Irland gehört zu den Ländern in der Euro-Zone, deren Schuldenprobleme die Anleger an den Finanzmärkten verunsichern. Mit der extra eingerichteten Bad Bank sollen die Bilanzen der Geldhäuser nun von den faulen Darlehen befreit werden.