BEWAG-Vorstand legt Mandat nieder

BEGAS-Prüfung

BEWAG-Vorstand legt Mandat nieder

Ex-Manager Schweifer: "Es tut mir leid, dass Unregelmäßigkeiten passiert sind."

Die Entwicklungen rund um eine Prüfung nach dem Aktiengesetz bei dem burgenländischen Energieversorger BEGAS treffen nun auch die BEWAG: Reinhard Schweifer, der bis Ende des Vorjahres dem BEGAS-Vorstand angehörte, hat am Donnerstag sein Mandat als Vorstandsdirektor beim Stromversorger zurückgelegt. Das teilten Schweifer selbst und BEWAG-Aufsichtsratschef Josef Kaltenbacher Donnerstagnachmittag in einer Aussendung mit.

Es war ein kurzes Gastspiel bei der BEWAG: An seinem 482. Tag als Vorstand des burgenländischen Landesenergieversorgers ist Reinhard Schweifer am Donnerstag von diesem Posten zurückgetreten. Auch Schweifer musste sich als ehemaliger BEGAS-Vorstand einer Sonderprüfung unterziehen. Auslöser dafür waren belastende Unterlagen über Schweifers Nachfolger beim Gasversorger, Rudolf Simandl. Im Raum stand unter anderem die Vermutung, dass Privatausgaben nicht korrekt versteuert und über die BEGAS verrechnet wurden.

"Nachdem die Prüfung auch auf ehemalige Vorstandsdirektoren der BEGAS ausgeweitet wurde, ist in den vergangenen Tagen auch Vorstandsdirektor Reinhard Schweifer miteinbezogen worden. Nachdem Schweifer den Fusionsprozess nicht gefährden will, hat er dem Aufsichtsrat angeboten, sein Vorstandsmandat nieder zu legen. Wir begrüßen diese Entscheidung und nehmen den Vorschlag an", so Kaltenbacher. Schweifer sei "mit sofortiger Wirkung" nicht mehr Vorstandsdirektor der mehrheitlich in Landesbesitz stehenden BEWAG.

Er sei insofern von den Vorfällen betroffen, als sie in seiner Zeit als BEGAS-Vorstand aufgetreten seien, erklärte Reinhard Schweifer Donnerstagnachmittag nach seinem Rücktritt als BEWAG-Vorstandsdirektor. "Es tut mir leid, dass während meiner Tätigkeit als Vorstand Unregelmäßigkeiten im Unternehmen passiert sind. Ich möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass meine Entschuldigung nicht bedeutet, dass ich eine persönliche Schuld trage", stellte Schweifer in einer Aussendung fest.

Vielmehr gehe es darum, das große Projekt der Zusammenführung von BEGAS und BEWAG nicht zu gefährden. "Ich bin bereits lange mit der Energiewirtschaft verbunden, weshalb es mir ein Anliegen ist, diesen Schritt zu setzen, um den Weg für eine rasche und unbehinderte Fusion frei zu machen", so Schweifer.

Hintergrund
Der 1959 in Eisenstadt geborene Ex-BEWAG-Vorstand Schweifer absolvierte ein Studium an der Technischen Universität Wien. 1990 trat er in die BEGAS ein und war dort für das technische Controlling zuständig. Seit Anfang 2001 gehörte der Burgenländer dem Vorstand des Unternehmens an. Zu seinen Aufgabenbereichen gehörten unter anderem Planung, Bau und Betrieb von Gasversorgungs- sowie sonstigen Energieversorgungsanlagen.