Börse New York

Griechenland belastet

Dow Jones rasselt um 1,95 Prozent nach unten

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Eskalation im griechischen Schuldenpoker mit seinen internationalen Geldgebern drückt auf Wall Street.

Die New Yorker Börse hat am Montag nach der dramatischen Zuspitzung der Griechenland-Krise mit massiven Kursabschlägen geschlossen und musste den stärksten Tagesverlust heuer hinnehmen. Der Dow Jones Industrial Index rasselte um 350,33 Punkte oder 1,95 Prozent auf 17.596,35 Einheiten nach unten. So stark hatte der weltbekannteste Börsenindex zuletzt im Oktober 2014 verloren. Das bisherige Jahresplus beim New Yorker Leitindex ist damit komplett dahin.

Der S&P-500 Index verlor 43,85 Punkte oder 2,09 Prozent auf 2.057,64 Zähler und ging damit den vierten Tag in Folge zurück. Der Nasdaq Composite Index fiel 122,03 Einheiten oder 2,40 Prozent auf 4.958,47 Zähler.

Athens Regierungschef Alexis Tsipras will die Griechen an diesem Sonntag (5. Juli) über das von den Geldgebern vorgelegte Spar- und Reformpaket abstimmen lassen. Mit dieser Entscheidung war am Wochenende eine Einigung mit den Geldgebern gescheitert. Nun droht dem Land die Pleite. Die Regierung will zudem die für diesen Dienstag (30. Juni) anstehende Rückzahlung von Krediten des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht leisten. Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) senkte die Einstufung der Kreditwürdigkeit des Landes um eine Stufe auf "CCC-". Damit sieht S&P nun eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Zahlungsfall Griechenlands.

Die griechischen Banken sowie die Börse in Athen bleiben bis Anfang kommender Woche geschlossen, nachdem in den vergangenen Tagen immer mehr verängstigte Bürger Bargeld abgehoben und damit die Geldhäuser in Schwierigkeiten gebracht hatten. Als Auslöser für die Bankschließungen und Kapitalverkehrskontrollen gilt der Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Sonntag, die Notkredite für griechische Banken zunächst einzufrieren. Dies setzt die Kreditinstitute unter Druck, da der bewilligte Kreditrahmen dem Vernehmen nach bereits ausgeschöpft war.

Der Verkaufssog erfasste Aktien aus allen Branchen. Keiner der 30 Dow Jones-Werten konnte zulegen. In New York standen ebenso wie in Europa vor allem die Finanzwerte wegen Griechenland unter Verkaufsdruck: Im Dow büßten die Aktien von JPMorgan 2,54 Prozent ein. Visa verloren um 2,94 Prozent. Auch andere Bankentitel wie Goldman Sachs (minus 2,47 Prozent) und Citigroup (minus 2,59 Prozent) gaben deutlich nach. American Express verbilligten sich um 2,58 Prozent.

Neben den Finanzwerten verloren Boeing um 2,61 Prozent an Höhe. Im Technologiebereich sackten um Cisco um 2,62 Prozent ab. Intel gaben 2,03 Prozent nach. Die Chemieaktie DuPont ermäßigte sich um 2,99 Prozent.

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