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Rekordzinsen für Anleihen

EU-Staaten beruhigen Irlands Gläubiger

Mit gemeinsamer Erklärung versuchten Finanzminister Lage zu stabilisieren.

Angesichts neuer Rekordzinsen für irische Staatsschulden haben Deutschland und weitere führende EU-Staaten die Gläubiger des Landes zu beruhigen versucht. Ein neuer Krisenmechanismus werde frühestens Mitte 2013 in Kraft treten, derzeitige Absprachen zur finanziellen Unterstützung des Landes seien nicht betroffen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Finanzminister aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien, die am Freitag am Rande des G-20-Gipfels in Seoul unterzeichnet wurde.

Risiko steigt - aber erst 2013
Im Jahr 2013 laufen die Milliarden-Rettungsschirme der EU für Griechenland und andere Euro-Staaten aus. An deren Stelle soll ein dauerhafter Krisenmechanismus treten, um den Euro zu stabilisieren. Geprüft wird, inwiefern dann private Gläubiger wie Banken und Fonds die Lasten einer Schuldenkrise mittragen können, um den Steuerzahler zu schonen. Damit würde das Risiko für die Käufer von Staatsanleihen steigen, was sie sich durch einen Zinsaufschlag bezahlen lassen dürften.

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) betonte in Seoul, die Pläne hätten nichts mit der Krise Irlands zu tun. Beiden Fakten zu vermischen, sei ein "Missverständnis". Das hochverschuldete Irland muss derzeit Rekordzinsen für Geld vom Kapitalmarkt bezahlen. Investoren verlangten am Donnerstag für zehnjährige irische Anleihen eine Rendite von 8,846 Prozent - so viel wie noch nie seit der Einführung des Euro in Irland.