Frankfurter Börse

Schlusshandel

Europas Leitbörsen schwächer

Euro-Stoxx-50 schloss um 0,52 Prozent tiefer bei 3.269,63 Zähler.

Die europäischen Leitbörsen sind am Montag überwiegend mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 schloss nach schwächerem Verlauf um 0,52 Prozent tiefer bei 3.269,63 Zähler.

Die anhaltende Unsicherheit um die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft sowie die neuerliche Berg- und Talfahrt an den chinesischen Aktienmärkten trübten zu Wochenbeginn auch die Stimmung an den europäischen Börsen. Die Umsätze blieben zum Monatsultimo jedoch auch wegen des Feiertags in London gering.

Die Börsen seien weiter angeschlagen und litten aktuell vor allem unter den Vorgaben der asiatischen Börsen, kommentierte ein Investmentanalyst von der LBBW und verwies auf die Nervosität der Anleger. Die eingetrübte Wirtschaftssituation in China belastet seit Wochen die Aktienmärkte weltweit. Die chinesischen Börsen haben seit ihrem Hoch Mitte Juni ein gutes Drittel an Wert eingebüßt. Nun traf laut einem Pressebericht die chinesische Regierung die Entscheidung, vorerst weitere Stützungskäufe zur Stabilisierung der Börsen zu unterlassen.

Auch die Frage, wann die US-Notenbank Fed den Leitzins anheben wird, beschäftigt die Anleger weiterhin. Noch hält sich die Fed die Tür für eine Verschiebung der allgemein für September erwarteten Zinserhöhung offen, weshalb mit Spannung auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag gewartet wird.

Auch aktuelle Konjunkturdaten rückten zu Wochenbeginn in den Fokus: Die Teuerung im Euroraum hat sich entgegen den Erwartungen von Analysten im August nicht abgeschwächt. Wie das Statistikamt Eurostat mitteilte, lag die Inflationsrate wie im Vormonat bei 0,2 Prozent. Angesichts fallender Rohstoffpreise hatten Bankvolkswirte im Schnitt einen Rückgang auf 0,1 Prozent erwartet.

Am Nachmittag wurde bekannt, dass sich in den USA das Geschäftsklima in der Region Chicago im August etwas eingetrübt hat. Der Einkaufsmanagerindex ist im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 54,4 Punkte gefallen. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 54,5 Punkte gerechnet.

Ein Branchenvergleich zeigte Rohstoffwerte, Aktien aus dem Öl-und Gas-Sektor sowie Automobil-Titel unter den größeren Verlierern. Die Abschläge erfolgten jedoch auf breiter Front und zogen sich quer durch fast alle Branchen.

Im Euro-Stoxx-50 stach die Aktie von Eni positiv hervor und legte um 1,53 Prozent zu. Der italienische Energiekonzern hat nach eigenen Angaben vor der Küste Ägyptens das bis dato größte Erdgasfeld im Mittelmeer entdeckt und will die schnelle Entwicklung des Feldes vorantreiben.

Am unteren Ende des Kurszettels fanden sich hingegen die Aktien von RWE mit einem Abschlag von 4,42 Prozent. Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtete, fürchten kommunale Aktionäre des Energieversorgers einen weiteren Rückgang der Dividende.

In deren Sog büßten E.ON 1,75 Prozent an Wert ein und Engie verloren 1,39 Prozent an Wert. Bei den Ölwerten mussten Total ein Minus von 0,91 Prozent verdauen und Repsol rutschten 3,44 Prozent ab.

Die Aktien von Infineon Technologies sind am Nachmittag angesprungen und haben 2,11 Prozent höher geschlossen gewonnen. Börsianer verwiesen auf einen Artikel in der "Financial Times". Unternehmenschef Reinhard Ploss hatte der Zeitung gesagt, dass der Halbleiterhersteller wegen seiner Ausrichtung auf Wachstumsmärkte ein Übernahmeziel sein könnte. Ein Händler wiegelte inzwischen ab. Die Aussagen des Vorstandschefs seien nicht neu.