Flughafen-Chef: Kosten müssen sinken

Reorganisation

Flughafen-Chef: Kosten müssen sinken

Bei Sachkosten könnte ein Zehntel eingespart werden.

Der neue Flughafen-Vorstandschef Christoph Herbst kündigte am Mittwoch in einer Pressekonferenz an, die Sachkosten senken zu wollen. Über die Größenordnung machte er selber keine Angaben. Sein Vorstandskollege Gerhard Schmid bestätigte, dass im Sachkostenblock "10 Prozent immer eine gute Richtgröße" seien. Schmid verantwortet jetzt die Sparten Aviation, Abwicklung/Handling und so wie bisher die Technik.

"Wir wollen nicht querbeet Prozentsätze nennen, sondern zunächst einmal die Kosten evaluieren", sagte Herbst nur. Er will u.a. "externe Leistungen stärker insourcen". Das senkt den Beratungsaufwand.

Reorganisation
Ernest Gabmann ist, nachdem er die Skylink-Agenden an Herbst abtrat, im Flughafen-Vorstand für Non Aviation (Immobilien, Retail/Gastro) und allgemeine Bauaufgaben eben ohne Skylink zuständig. Der frühere Vorstandschef Herbert Kaufmann hat einen Konsulentenvertrag, er übernimmt laut Herbst in den Auslandsoperationen "Organfunktion" (Aufsichtsrat).

Beteiligungen
Zu neuen Beteiligungen an ausländischen Flughäfen hielt sich Herbst heute zurück. Man habe nichts Besonderes im Auge. Pro Jahr werde der Flughafen Wien mit fünf bis sieben neuen Projekten konfrontiert. "Wir prüfen das immer wieder auf Sinn und Synergien. Es gibt ein paar Projekte, die wir prüfen". Die lägen sicherlich in erster Linie in Europa. Gäbe es etwas konkretes im Visier, müsste dies ad hoc bekanntgegeben werden.

Davis Cup
Den Davis Cup vom 4. bis 6. März auf dem Flughafen-Gelände (Hangar 3) sieht Herbst als "ganz wichtige Marketing- und Imageveranstaltung", die freilich gehörige Improvisation erfordere. Unter anderem sind wegen tausender Besucher umfangreiche zusätzliche Security-Maßnahmen nötig.

Während die Passagierzahl um 8,7 % stieg, nahm die Zahl der Flugbewegungen nur um 1,1 % zu. Das heißt, dass die Airlines immer größere Maschinen einsetzten.

Keine Kapitalerhöhung für Skylink
Die Inbetriebnahme des "Skylink"-Terminals ist für Juni 2012 angesetzt. Laut Herbst wird man baulich da und dort noch Gas geben müssen. Abhängig von den Verkehrsmengen wird allenfalls nicht von Beginn an mit voller Kapazität gefahren. Eine Eröffnung in Etappen ist aber keine Option.

Eine Kapitalerhöhung braucht der Flughafen zur Refinanzierung des Neubaus nicht, sagte Herbst am Mittwoch bei seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt. Ob dies für den Bau der geplanten 3. Piste in Schwechat erforderlich wird, hängt vom Baubeginn des Pistenprojekts ab und den damit verbundenen Auflagen und Kosten. Generell gelte: Je später, desto eher könne auch dieses Projekt aus eigenem Cash finanziert werden.

Mehr als 830 Mio. Euro werde der Skylink-Bau nicht kosten, versicherten Herbst und der bis vor drei Wochen dafür zuständige Vorstand Ernest Gabmann. Laut Gabmann wird man "mit großer Sicherheit" darunter zu liegen kommen. Der Rechnungshof hat die (ausgelagerten) so genannten "Schnittstellenkosten" dazu addiert und kommt so auf mehr als 1 Mrd. Euro. Laut Gabmann wurde da "irrtümlicherweise" die neue Gepäckförderanlage nur Skylink zugerechnet. "Auch nicht richtig" sei, dass man Investitionen für den ÖBB-Bahnhofsbereich nur Skylink zurechnete. Gabmann sagte heute, er selber habe Herbst gebeten, die Zuständigkeit für Skylink zu übernehmen.

Neuer Terminal nimmt Gestalt an
Der Terminalbau ist von jahrelangen Verzögerungen und einer Kostenexplosion überschattet. Derzeit sind hier noch täglich 600 bis 700 Baubeschäftigte am Werk. Für Medien gab es heute erstmals Zutritt in die mächtigen Terminalhallen, die in künftigen Spitzenzeiten den Passagieren der Star Alliance vorbehalten sein werden. 100 Checkin-Schalter und -Automaten, 10 Gepäckbänder und 17 Pier-Positionen sind vorgesehen. Bei Bedarf könnte später einmal auch auf eine A-380-Andockstation adaptiert werden. Das ist aber noch länger nicht nötig. Die Shop- und Gastro-Flächen am Airport werden um 9.600 Quadratmeter fast verdoppelt.