Martin Fleischhacker gibt die Geschäftsführung der republikseigenen "Wiener Zeitung" im Laufe des zweiten Quartals ab.
Das berichteten "Standard" und "Horizont" und wurde der APA von Fleischhacker und dem Medienministerium bestätigt. Der Schritt erfolgt auf Wunsch des Medienmanagers. Er tritt die Geschäftsführung eines anderen Medienunternehmens im DACH-Raum an. Er sollte die "WZ"-Geschäfte ursprünglich bis September 2027 führen. Seine Position wird demnächst ausgeschrieben.
Fleischhacker (50) führt die Geschäfte der Wiener Zeitung GmbH seit 2018 und wurde seitdem zweimal wieder bestellt. In diese Zeit fiel die von der damals türkis-grünen Bundesregierung umgesetzte Einstellung der "Wiener Zeitung" als tägliche Printzeitung. Der Schritt ging mit einem kräftigen Personalabbau einher. Seitdem fokussiert das Medienhaus auf den Onlineraum, wobei speziell jüngeres Publikum angesprochen wird. Zudem ist u.a. eine Jungjournalistenausbildung, ein Zentrum für Medienwissen und ein Hub für Start-ups bei der Wiener Zeitung GmbH angesiedelt.
"Noch einiges zu tun"
In der jüngeren Vergangenheit sei es durchaus herausfordernd und teils kurzfristig gewesen, was man durchführen habe müssen, sagte Fleischhacker, der grob sein bisheriges halbes Leben im öffentlich-rechtlichen Medienunternehmen verbrachte. Bis zu seinem Abschied sei "noch einiges zu tun", doch werde er das Haus "super übergeben", zeigte er sich im Gespräch mit der APA sicher. Die Eigentümer habe er bereits im Dezember über seinen Entschluss informiert. Keine Rolle habe die gegenwärtige Prüfung des Rechnungshofs oder auch die durch fehlerhafte Lohn- und Gehaltsverrechnungen ausgelösten Nachzahlungen an (Ex-)Mitarbeiter gespielt, versicherte Fleischhacker.
"Die 'Wiener Zeitung' befindet sich nach der in den vergangenen Jahren umgesetzten Transformation auf einem sehr guten Weg", hielt das Medienministerium unter Andreas Babler (SPÖ) auf APA-Anfrage fest. Nun gehe es darum, sie "strategisch weiterzuentwickeln und ihre Bedeutung für den Medienstandort Österreich nachhaltig zu stärken". Ein geordneter Übergang sei in enger Abstimmung mit einem neu bestellten Aufsichtsrat sicher gestellt. Diesem gehören u.a. Ex-"Profil"-Herausgeber Christian Rainer, die Ex-Journalistin und jetzige Medienberaterin Eva Weissenberger und Shilten J. Palathunkal, einst Medienbeauftragter im Bundeskanzleramt, an.