Fondsbranche erwartet Abstriche bei EU-Regulierung

Die deutsche Fondsbranche ist hoffnungsvoll, ihre Änderungsvorschläge zum geplanten EU-Gesetz zur Regulierung von alternativen Investments durchzusetzen. "Wir erhalten entsprechende Signale und gehen davon aus, dass offenkundig absurde Regeln nicht eingeführt werden", sagte Thomas Richter, Vorstandsmitglied im Fondsverband BVI, am Rande einer Veranstaltung im hessischen Erbach.

Die EU-Kommission will mit dem neuen Gesetz eine höhere Transparenz am Investmentmarkt erzwingen. Vor allem die Risiken bisher wenig regulierter Anlageformen wie Hedgefonds sollen offengelegt werden. Zu den alternativen Investments zählen dabei aber auch Spezialfonds und Offene Immobilienfonds.

"Wir unterstützen grundsätzlich das Anliegen mit Nachdruck", sagte Richter. Aber beim vorliegenden Entwurf werde "das Kind mit dem Bade ausgeschüttet". Der BVI hat vor allem die seiner Auffassung nach drohende Doppelregulierung von deutschen Spezialfonds und Offenen Immobilienfonds angeprangert. Weiterer Kritikpunkt ist, dass zumindest für institutionelle Anleger der europäische Markt für Produkte geöffnet werden solle, die nicht der europäischen Aufsicht unterliegen.

Die Vorlage eines Kompromissvorschlags durch die schwedische EU-Ratspräsidentschaft wird dem BVI zufolge im November erwartet. Schweden hat in einem Positionspapier bereits Schwachstellen beschrieben und unter anderem eine Einschränkung von Anlagechancen für Institutionelle Anleger bemängelt.