Front gegen Bankomat-Gebühr

Geldabheben soll kosten:

Front gegen Bankomat-Gebühr

Konsumentenschützer laufen Sturm gegen neue Gebühr. Auch die Politik schaltet sich ein.

Eine Welle der Empörung geht durch das Land, seit mehrere Banken laut über­legen, künftig fürs Geldabheben am Bankomaten eine Gebühr zu verlangen. Konsumentenschützer laufen Sturm: Einerseits sollten die Kunden immer mehr Bankgeschäfte selbst erledigen, andererseits würden die Banken weiter an der Spesenschraube drehen. „Zuerst hat man durch Schließung von Bankfilialen die Menschen aus Kostengründen zu den Bankomaten umgeleitet, und jetzt soll diese Abhebung auch noch kostenpflichtig werden“, kritisiert etwa Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer NÖ.

Diskussion. Seitens Erste Bank und Sparkassen hatte es zuletzt geheißen, man diskutiere eine Bankomatgebühr. Raiffeisen-OÖ-Chef Heinrich Schaller denkt zwar „derzeit“ nicht daran – sollte aber ein Mitbewerber flächendeckend beginnen, wäre die Situation neu zu bewerten. Das beschreibt die Lage gut: Keiner will der Erste sein – aber wenn eine Bank vorprescht, würden die anderen wohl nachziehen.

Schelling will Bankomatgebühr verhindern

Hohe Kosten. Seitens der Banken ist es der nächste Schritt auf der verzweifelten Suche nach neuen Einnahmen. Zinstief und hohe Kosten für neue regulatorische Vorschriften belasten sie stark. Und auch Bankomaten sind teuer: Rund 8.000 Euro pro Automat im Jahr (für Befüllung, Sicherheit, Service etc.). Raiffeisen in Tirol hebt im Übrigen seit Jahren eine Gebühr fürs Abheben an „fremden“ Automaten ein. Und in anderen Ländern kostet Abheben ohnehin bereits.

Gipfel. In den Streit schaltet sich jetzt auch die Politik ein. Finanzminister Schelling hat die Bankchefs für Montag zu einem Gipfel geladen. Er will eine Bankomatgebühr verhindern, stattdessen vorschlagen, die Gebühren fürs Abheben in Kontopakete zu integrieren … Sozialminister Stöger will Bankomatgebühren gar gesetzlich verbieten. (sea)