100-köpfiger Ermittlertrupp zur Hypo-Aufarbeitung

Interesse ungebrochen

Grieche will Hypo immer noch kaufen

"Jederzeit Angebot für 1,35 Mrd. Euro". Xeniadis-Gruppe fühlt sich mit bisherigen Offerten für Velden-Hotel, Immobilien und Hypo Alpe Adria abgewimmelt.

Der griechische Unternehmer Vasileios Xeniadis ist nach Angaben seines Managements in Österreich unverändert am Kauf der Hypo Alpe Adria von der Republik Österreich interessiert. Im Dezember hätte die Xeniadis-Gruppe 450 Mio. Euro hingeblättert, im Juli 2010 ließ sie den österreichischen Bund wissen, dass man 900 Millionen zahlen würde. Dann wäre man auf 1 Mrd. Euro gegangen. "Ein verbindliches Angebot über 1,35 Mrd. Euro könnte ich jederzeit legen", sagte am Donnerstag Gernot Pointner, der Xeniadis Vertreter in Österreich ist und im Board der Xeniadis Group mit Sitz in Piräus sitzt.

Xeniadis will neue Filialen aufmachen
Anfang des Jahres waren es eigentlich die Hypo-Yachten, Flugzeuge, Golfanlagen oder das Schlosshotel Velden, die es dem im Öl-, Tanker- und Raffineriegeschäft tätigen Griechen angetan hätten. Da ging nichts weiter. Nun will Xeniadis, laut Pointner ein studierter Banker, die ganze Bank. Dass die Bank auf vielen Milliarden fauler Kredite sitzt, stehe seinem Interesse nicht im Weg. Er wolle aus dem Kreditinstitut etwas machen und auch keine Filialen in Südosteuropa schließen. Vielmehr wolle er in Griechenland Niederlassungen aufmachen.

"Wir sind bereit, das gesamte PS-Kapital, das die Republik Österreich investiert hat, zu übernehmen", sagte Pointner. Also den Einsatz der Republik, der sich bisher auf 1,35 Mrd. Euro belief. "Ohne Due-Diligence würden wir aber nicht zahlen." Vielmehr würde seine Gruppe die Summe auf ein Konto der Hypo Alpe Adria oder der Republik überweisen und dann die Due-Diligence-Prüfung durchführen.

Vor rund einer Woche habe die Gruppe von der Finanzmarktaufsicht (FMA) Nachricht bekommen, was alles vorzulegen sei, damit mit der Republik verhandelt werden könne. "Wir sind schon im Überprüfungsprozess", sagte Pointner heute.

Keine "Leichen im Keller"
Wenn Wien verhandeln wolle, "ist Herr Xeniadis in drei Stunden da". Zweifel an der Seriosität der Gruppe oder des Angebots wischt Pointner weg: "Glauben Sie, wir würden mit der Republik Österreich verhandeln wollen, wenn wir Leichen im Keller hätten? Da stünde doch in einer Stunde die Justiz vor der Tür."

Die Xeniadis-Gruppe könne jederzeit die Mittelherkunft nachweisen, sagt der Manager in Österreich. "Ich sitze im Board der Xeniadis Group of Companies", so Pointner. "Unser Geld liegt auf europäischen Konten bei HSBC und BNP und bei der Bank of America". Für ein Kaufangebot für die Hypo gebe es bereits eine Bankgarantie über 2 Mrd. Euro von der HSBC.

Von der Hypo fühlt sich die Xeniadis Gruppe zumindest ignoriert. Ein Versuch, zur Untermauerung der Interessensbekundung Geld auf ein Konto der Hypo zu überweisen, scheiterte. Gerüchte, wonach die Bank das wegen Geldwäscheverdachts ablehnte, wies Pointner heute strikt zurück. Die Bank habe argumentiert, dass von Xeniadis' Blue Note Shipping Co nicht alle Unterlagen geliefert worden seien - namentlich Bilanzen von den pazifischen Marshall Inseln, wo Blue Note Shipping registriert sei. Dort herrsche aber keine solche Berichtspflicht, argumentiert wiederum Pointner.

Schlosshotel Velde im Visier
Abgesehen vom Interesse an der ganzen Bank nimmt Xeniadis einen weiteren Anlauf für das Schlosshotel Velden. Hier will sich die Gruppe an der laufenden Neu- Ausschreibung wieder beteiligen, bis 7. Oktober wieder ein verbindliches Angebot legen. "Ein bisschen höher als beim letztenmal", wo es 68 Mio. Euro gewesen seien. Auch für Golfplätze (Seltenheim, Finkenstein) und das Projekt Lamplhof hat Xeniadis geboten, bekräftigt Pointner.

Dass Xeniadis-Firmen im Zusammenhang mit Ölgeschäften auf Blacklists aufschienen, begründet Pointner mit Aktivitäten zweier Ex-Kunden, die ihre Rechnungen nicht hätten bezahlen können. Die FPÖ habe er in der Hoffnung eingeschaltet, "dass die Opposition auf den Zug aufspringt, weil man uns so abgewimmelt hat", sagt Pointner. Vor seinem Engagement für Xeniadis war er Chef des Internet-Auktionsfirma ricardo.at.