Hypo Group Alpe Adria

Prozess

Keine Sicherheiten für Hypo-Kredit

Einstieg der KTH bei der "Styrian Spirit" sei ein Gesamtpaket gewesen.

Für den Betriebsmittelkredit der Hypo Alpe Adria Bank in der Höhe von zwei Mio. Euro an die Styrian Spirit hat es keine Sicherheiten gegeben. Das bestätigte Otmar Lenz, der bis Ende 2005 Geschäftsführer der Fluglinie war, wie schon Zeugen vor ihm am Mittwoch beim Hypo-Prozess am Landesgericht Klagenfurt. Der Einstieg der Kärntner Tourismus Holding (KTH) bei der "Styrian Spirit" sei ein Gesamtpaket gewesen, das auch diesen Kredit beinhaltet habe.

Kontakt mit Haider hergestellt

Wie die KTH eine solche Darlehenszusage machen habe können, fragte Richter Norbert Jenny. Das wisse er nicht, sagte Lenz. Er habe die diesbezügliche Information vom damaligen Eigentümer erhalten. Die Eigentümer hätten auch den Kontakt zum Land Kärnten hergestellt. Das Erstgespräch habe mit dem damaligen Landeshauptmann Jörg Haider stattgefunden. Er selbst habe auch keine Verhandlungen wegen dieses Kredits geführt und daher auch mit niemandem von der Hypo gesprochen. Diese Gespräche habe seine Mitarbeiterin, die für die Finanzen zuständig gewesen sei, geführt. Diese hatte aber zuvor ausgesagt, ebenfalls keinen Hypo-Mitarbeiter persönlich kennengelernt zu haben. Nachdem ihn der Richter darauf hingewiesen hatte, meinte Lenz, es habe die Zusage gegeben. Daher könne es schon sein, dass man gar nicht verhandelt, sondern nur die entsprechenden Unterlagen an die Hypo geschickt habe.

Treffen mit Kulterer
Der ehemalige Geschäftsführer sagte auch, er habe nach der Beteiligung durch KTH den Erstangeklagten Wolfgang Kulterer getroffen. Dabei habe sich dieser über die Entwicklung der Styrian erkundigt. In der Folge habe es mit Kulterer weitere Treffen und Telefonate gegeben. Er könne sich aber nicht erinnern, ob Kulterer beim Erstgespräch mit Haider anwesend gewesen sei. Lenz konnte sich auch nicht erinnern, ob er die Halbjahreszahlen 2005 vor der Zahlung der zweiten Tranche besprochen habe. Er konnte sich auch nicht an ein Schreiben erinnern, das ihm der Anwalt des Zweitangeklagten, Gert Xander, vorhielt und in dem er die Situation des ersten Quartals als sehr positiv geschildert haben soll.

Lenz und die Leiterin der Finanzabteilung bestätigten beide, dass das Unternehmen zeitgleich mit dem Hypo-Kredit ein Darlehen von einem Salzburger Bankinstitut über 500.000 Euro - jedoch in Verbindung mit einer Forderungszession - bekommen habe. Warum es für den weitaus höheren Kredit der Hypo keine Zession gegeben habe, wollte der Richter wissen. "Es wurde keine gefordert", sagte der Zeuge.

Kein Kapital
Die damalige Finanzchefin der Styrian Spirit hatte zuvor erzählt, dass die Fluglinie in der Steiermark versucht habe, Eigen- und Fremdkapital zu bekommen, was aber nicht gelungen sei. Parallel zu den Verhandlungen mit der KTH habe es auch Gespräche mit den Grazer Stadtwerken wegen einer Beteiligung gegeben. Diese scheiterten ebenso wie der Versuch, bei einem steirischen Bankinstitut an Geld zu kommen, "weil es eine sehr riskante Geschichte war". "Fündig" geworden sei man schließlich in Kärnten.