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Umsatzplus

Lebensmittelkonzern Nestle wächst weiter

Steigende Nachfrage aus Schwellenländern helfen den Schweizern.

Eine starke Nachfrage aus den Schwellenländern Asiens und Afrikas hat dem weltgrößten Lebensmittelkonzern Nestle in den ersten neun Monaten über die Schwäche in den gesättigten Märkten Europas geholfen. Produkte wie Maggi Noodles oder Nestea Litro waren in chinesischen, indonesischen oder südasiatischen Geschäften gefragt und trugen wesentlich zu einem Umsatzplus von insgesamt 4,2 % bei.

Wachstum von über 5 Prozent
Weltweit erlöste der Konzern in den ersten neun Monaten 77,0 Mrd. Franken (57,1 Mrd. Euro), wie Nestle am Freitag mitteilte. Das organische Wachstum, das Wechselkurs- und Akquisitionseffekte ausschließt, lag - wie bereits in den ersten sechs Monaten - bei 5,7 %.

Starker Franken bremst
Für 2010 geht der Hersteller von Nescafe, Kitkat-Schokoriegeln und Mövenpick-Eis weiter von einem organischen Wachstum von rund fünf (Vorjahr: 3,9) % aus. Auch die operative Gewinnmarge (Ebit-Marge) soll währungsbereinigt zulegen. Laut Konzernchef Paul Bulcke "setzte sich die Wachstumsdynamik im dritten Quartal unvermindert fort und schaffte so eine gute Grundlage für das Gesamtjahr". Allerdings macht Nestle derzeit der starke Franken Sorgen: Ungünstige Wechselkurse schmälerten den Umsatz der Gruppe - in der auch noch das kürzlich an Novartis verkaufte Pharmageschäft einberechnet wurde - in den ersten neun Monaten um 2,7 %. Ohne diesen Effekt stieg der Gruppenumsatz um rund sechs Prozent auf 82,8 Mrd. Franken.

Asien und Afrika ziehen an
In Regionen wie Asien oder Afrika zogen die Erlöse in den vergangenen Monaten um über 10 % an, in Nord- und Südamerika verbuchte der Konzern einen Anstieg um 5,5 %. In Europa liefen die Geschäfte mit einem Plus von rund drei Prozent etwas weniger gut; und während sich Zentral- und Osteuropa erholten, blieb der russische Markt laut Nestle "herausfordernd". Ähnlich erging es dem Konkurrenten Danone: Dieser hatte am Vortag vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise in Europa ebenfalls vor einer Verlangsamung der Nachfrage gewarnt, letztlich aber doch mit unerwartet guten Quartalszahlen die Aktien der Branche beflügelte.

Nespresso als Schlager
Als Verkaufsschlager erwiesen sich für Nestle erneut kleine Kaffeekapseln: Um über zwanzig Prozent zogen die Umsätze von Nespresso in den ersten neun Monaten an. 2010 soll Nespresso einen Umsatz von über drei Milliarden Franken einbringen.