Postchef Georg Pölzl

Sorgenkind Filialnetz

Post glänzt mit guter Halbjahresbilanz

Briefvolumen ist zwar rückläufig, aber Gesamtumsatz wächst.

"Die Post AG ist sehr gut unterwegs", betonte Postchef Georg Pölzl am Freitag vor Journalisten. Die geringeren Personalkosten und die neue "Tariflogik" würden sich in den Halbjahreszahlen positiv bemerkbar machen und auch das Geschäft mit den Auslandsfilialen sei großteils erfreulich. Den Ausblick steigerte Pölzl von ursprünglich 1,5 auf nunmehr 2,9 Prozent Umsatzwachstum.

Der Strukturwandel im Filialnetz setze sich fort, inzwischen habe die Post bereits 132 Standorte gemeinsam mit der BAWAG P.S.K, bis Jahresende ist eine Gesamtzahl von 350 geplant. Die Zahl der Post-Partner habe sich mittlerweile auf 1.212 erhöht. Die Post-Regulierungsbehörde PCK hatte der Post AG im Vorjahr die Schließung von 54 Ämtern untersagt.

"Die Ergebnisstruktur hat sich durch den Umsatzanstieg und die verbesserte Kostenstruktur in allen Divisionen ergeben", rechnete Pölzl vor. Allerdings musste der teilstaatliche Betrieb 15,6 Mio. Euro für "Postler zum Bund" an Rückstellungen aufwenden. Das Briefvolumen ist weiterhin rückläufig. Jedoch konnte der Briefpostumsatz im ersten Halbjahr stabil gehalten werden. Für das Gesamtjahr erwartet Pölzl einen stabil bis leicht wachsenden Umsatz beim Brief. Die Post AG hatte am 1. Mai die Brieftarife von gewichts-auf formatbasierend umgestellt und dabei die Preise erhöht.

Bei den Werbesendungen gab es ein Plus von 5,6 Prozent. Im Paketsektor wurde ein Umsatzwachstum von 4,1 Prozent in Österreich verzeichnet. In Deutschland und den Benelux-Staaten gab es ein Umsatzplus von 6,6 Prozent, in Südosteuropa von 9,5 Prozent. Bei den Ergebnissen in Holland, Belgien und Deutschland gebe es aber "Baustellen", die nun die höchste Priorität hätten.