Benzin

Schon jetzt

Rekordstände: Benzin wird immer teurer

Seit September 2008 zahlten Autofahrer für Benzin, Diesel & Co. nicht mehr so viel wie jetzt. Und das obwohl die Preise an den Börsen sinken.

Es ist ein Wucher, den niemand mehr verstehen kann. Obwohl seit dem 27. April die Treibstoffpreise am preisbestimmenden Rotterdammer Spotmarkt im Sinkflug sind, bekommen die österreichischen Autofahrer davon nichts mit.

Ganz im Gegenteil: Während Diesel seitdem im Einkauf für Tankstellen um 1,5 % und Super um 3,1 % günstiger wurden, zogen die Kosten für die Konsumenten sogar noch an.

Gestern kostete ein Liter Diesel an den heimischen Zapfsäulen so 1,128 Euro. Für Benzin und Super zahlte man 1,227 Euro. „Damit ist der Diesel in Österreich derzeit um 3 Cent pro Liter, Eurosuper sogar um 4,4 Cent zu teuer“, erklärt Lydia Ninz vom ARBÖ gegenüber ÖSTERREICH.

Skandal
Fakt ist: Rasante Preissteigerungen kurz vor Feiertagen haben bei Österreichs Autofahrern bereits traurige Bekanntheit. Ungewöhnlich aber jetzt: Am Rotterdamer Spotmarkt (hier entstehen die Preise für die heimischen Einkäufer) wurde Sprit eben kurz vor dem verlängerten Wochenende wieder günstiger.

Einzig in Österreich erreichen diese Preisnachlässe nicht mehr die Autofahrer und sorgen für einen neuen Rekord: Seit September 2008 und somit seit 18 Monaten lag der Benzin-Preis in Österreich nicht mehr so hoch wie jetzt. „Die Autofahrer zahlen wieder einmal drauf, das ist ein Skandal“, findet daher Arbö-Sprecherin Ninz.

Benzin-Gipfel
Auch Wirtschaftsminister Mitterlehner will jetzt den „Feiertagszuschlag“ der Mineralölfirmen genauer unter die Lupe nehmen. Wie er jetzt ankündigte, sollen auf einem eigens einberufenen „Benzin-Gipfel“ mit Branchen-Vertretern die umstrittenen Erhöhungen diskutiert werden.

Experten warnen indes: An den Rohöl-Börsen könnten Spekulanten wieder aktiv werden und obwohl es real keine Benzin-Knappheit gibt, die Preise weiter in die Höhe treiben. Und diesen wären die Autofahrer dann völlig hilflos ausgeliefert.