Erste- und "Zweite"-Boss Andreas Treichl

Laufend neue Kunden

"Sandler-Konten" boomen

Der Zuwachs der Bankverbindungen für Verschuldete ist enorm.

Rund zehntausend Menschen gehen in Österreich pro Jahr in Privatinsolvenz. Für sie ist an einen normalen Gang zur Bank nicht zu denken, denn mit der Überschuldung geht oft der Verlust des Kontos einher. Damit wird jede Überweisung zur zusätzlichen finanziellen Belastung.

Schätzungen zufolge bekommen etwa 50.000 Menschen in Österreich kein Konto wegen ihrer finanziellen Schwierigkeiten. Ihnen helfen die "Zweite Sparkasse“ der Erste Bank und die BAWAG PSK mit einem einfachen Habenkonto.

Expansionskurs

Die "Zweite Sparkasse“ existiert seit über drei Jahren. Gegründet wurde sie auf Initiative der Erste Stiftung. 400 ehrenamtliche Mitarbeiter betreuen dort rund 6.000 Kunden, monatlich kommen schon etwa 150 dazu. Die Sozialbank will heuer eine weitere Filiale in Linz aufsperren. Wer ein Konto bei der "Zweiten Sparkasse“ eröffnen möchte, muss von einer Partnerorganisation an die Bank verwiesen werden. Meistens ist das die Schuldnerberatung.

Bei der Bawag gibt es für sozial Schwache das "Neue Chance Konto“. Rund 6.000 solcher Konten wurden bereits eröffnet. Vorteil: Es gibt keine Stigmatisierung durch eine eigene Bankleitzahl.