"Wir können uns die ÖVAG leisten"

Volksbanken mussten 2009 ÖVAG-Abwertung verdauen

Im Schnitt um 45 % haben die 63 regionalen Volksbanken in Österreich ihre Beteiligung an der tiefrot bilanzierenden Volksbank AG (ÖVAG) abwerten müssen, einige der 63 Banken sogar um die Hälfte. Das hat das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) der Volksbanken rot gefärbt, ihr EGT-Verlust lag bei 2009 bei 71 Mio. Euro.

Wie der Chef des Volksbanken-Verbands ÖGV, Hans Hofinger, am 21. April in der Bilanzpressekonferenz berichtete, wurde diese Abwertung mit 190 Mio. Euro aus dem Ertrag des Jahres verkraftet, für 112 Mio. Euro mussten Reserven herangezogen werden.

Damit blieb der Sektor auf der Primärstufe beim Vorsteuergewinn (Jahresüberschuss vor Steuern) in den schwarzen Zahlen. Er wurde mit 6,3 Mio. Euro ausgewiesen, nach 77,4 Mio. Euro im Jahr davor. Beim operativen Betriebsgewinn gab es mit 273 Mio. Euro stabile Werte. Das Kernkapital wird mit 1,77 Mrd. Euro (unverändert) beziffert. "Wir können uns die ÖVAG leisten", sagte Hofinger.

Die Bilanzsumme der Volksbanken-Primärstufe (ohne Spitzeninstitut und Töchter) stieg um 8,5 % auf 29 Mrd. Euro. Die Kredite nahmen um 6,6 % auf 17,8 Mrd. Euro zu, die Primäreinlagen um 1,5 Prozent auf 21,78 Mrd. Euro. Minimal rückläufig auf 12,67 Mrd. Euro waren die Spareinlagen.

Volksbank-Gruppe hat 544 Filialen

In den Volksbanken in Österreich arbeiteten zum Ultimo 5.083 (Vorjahr: 5.011) Leute. Im Inland betreibt die Gruppe 544 Filialen. Vor wenigen Wochen hat die Volksbanken-Familie dem Spitzeninstitut ÖVAG vier Retailbanken abgekauft, womit die ÖVAG ihre Kreditvolumen und die Eigenmittelunterlegungspflicht reduzierte. Darunter waren die Volksbank Wien, Ärztebank und Immobank. Der Preis für die vier Banken betrug 211 Mio. Euro, für die ÖVAG resultierte aus dem Verkauf ein Buchgewinn von 45 Mio. Euro.

Für 2010 haben sich die Volksbanken (Primärstufe) in Österreich wieder ein Wachstum über dem Branchenschnitt vorgenommen, und sie wollen im Bankenranking weiter nach vorne. Die ÖVAG-Abwertung wird als Einmaleffekt gesehen, zumal die ÖVAG im ersten Quartal 2010 schon den Turnaround geschafft habe.