Zumtobel

2012/13

Zumtobel kämpfte mit Technologiewandel

Jahresergebnis sank von 15,2 auf 6,1 Mio. Euro.

Der börsenotierte Vorarlberger Leuchtenkonzern Zumtobel hat ein schwieriges Geschäftsjahr 2012/13 hinter sich. In einem "schwierigen konjunkturellen Umfeld" sank das Jahresergebnis um 60,1 Prozent auf 6,1 Mio. Euro (Vorjahr: 15,2). Der Konzernumsatz ging um 2,9 Prozent auf 1,24 Mrd. Euro zurück, während aber das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) durch einmalige Sondereffekte leicht auf 35,7 Mio. Euro (VJ: 35,0) gesteigert werden konnte. Das berichtete EBIT belief sich auf 21,7 Mio. Euro. Für das laufende Geschäftsjahr gab CEO Harald Sommerer am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz am Stammsitz in Dornbirn keine Prognose ab. Die Dividende wird auf 0,07 Euro je Aktie gekürzt, nach 0,20 Euro im vorangegangenen Geschäftsjahr.

Trotz des schwierigen Geschäftsgangs sah der Konzernchef dennoch in vielen Bereichen "gute Fortschritte". So habe sich die Profitabilität der Marke Zumtobel weiter verbessert, das gelte auch für die LED-Produkte. "Wir haben in dem Bereich ein dynamisches Umsatzwachstum von 49,8 Prozent", sagte Sommerer. So mache der LED-Anteil am Gesamtumsatz bereits 22,1 Prozent (VJ: 14,3) aus. Durch Maßnahmen im Working Capital Management - etwa im Lagerbestand - habe man den Cashflow deutlich steigern können.

Sommerer führte die letztlich erreichte EBIT-Verbesserung auf eine frühzeitig eingeleitete Kostenanpassung zurück, die sich stark positiv auf die Profitabilität im zweiten Halbjahr ausgewirkt habe. Man habe ursprünglich nicht damit gerechnet, dass es noch einmal einen Konjunktureinbruch gebe, dieser sei dann aber erfolgt, so der CEO. Restrukturierungsmaßnahmen im Ausmaß von 14 Mio. Euro - bilanziert als negativer Sondereffekt - betrafen alle drei Marken. Damit wollte man laut Sommerer einerseits die Kostenstrukturen an das niedrigere Umsatzniveau anpassen, andererseits aber auch dem Technologiewandel begegnen. Betroffen waren unter anderem die Werke in Landskrona (Schweden), Ennenda (Schweiz), Melbourne (Australien) und auch Zumtobel USA.

Die am Dienstag publik gemachte Schließung des Standorts in Fürstenfeld sei im Zuge des Technologiewandels keine Überraschung gewesen, sagte Sommerer. Wenn es soweit sei, bedeute dies für die Mitarbeiter aber natürlich immer einen "Schock". Die Höhe der Einmalkosten für die Abwicklung der Produktionsstätte in der Steiermark bezifferte Sommerer mit geschätzten 15 Mio. Euro.

Im Leuchtensegment (Umsatz: 935,7 Mio. Euro; VJ: 949,2) habe vor allem bei Thorn die schwache Konjunktur in den Kernmärkten Großbritannien und Frankreich sowie die Abhängigkeit vom Lagergeschäft des Großhandels zu einem Rückfall geführt. Die Marke Zumtobel habe die Thorn-Verluste aber überkompensieren können, womit ein bereinigtes EBIT von 33,2 Mio. Euro (VJ: 26,0) resultiert habe, sagte Sommerer. Im Komponentensegment habe man zwar Fortschritte bei LED-Konvertern und -Modulen gemacht, diese hätten die rückläufige Nachfrage nach konventionellen Geräten aber noch nicht auszugleichen vermocht. Der Segmentumsatz sank neuerlich um 7,4 Prozent auf 377,7 Mio. Euro (VJ: 408,1), das bereinigte EBIT auf 13,7 Mio. Euro (VJ: 19,6: -29,8 Prozent).

Stärkster Absatzmarkt war Europa, wo mehr als drei Viertel (78,6 Prozent; VJ: 77,8 Prozent) des Umsatzes generiert wurden. Allein auf Österreich, Deutschland und die Schweiz entfielen 27,4 Prozent Umsatzanteil. In Australien und Neuseeland ging der Umsatz um 14,8 Prozent auf 105,9 Mio. Euro zurück. Dafür machte Sommerer insbesondere das Komponentengeschäft verantwortlich, das auch in Asien für einen Umsatzrückgang von 4,7 Prozent sorgte. Die Zahl der Mitarbeiter sank zum Bilanzstichtag 30. April von 7.456 auf 7.162 Vollzeitkräfte (minus 3,9 Prozent). In Österreich waren 2.284 Vollzeitkräfte beschäftigt.

Eine Zukunftsprognose in Zahlen wollte Sommerer nicht abgeben. "Das halten wir angesichts der unsicheren Konjunktur für nicht seriös", meinte der Geschäftsführer. Die Stoßrichtung für den Konzern sei aber klar. Man werde weiter am Thema Energieeffizienz dranbleiben und die Globalisierung vorantreiben. Zudem wolle man in den angestammten Märkten den Marktanteil erhöhen.