GM-Chef hält Opel-Verkauf diese Woche für möglich

GM-Chef Henderson: "Durchaus möglich", dass die Verträge diese Woche unterschrieben werden. Magna verhandelt in Spanien.

Eben diese Gespräche in Spanien wurden am Dienstagnachmittag von den spanischen Gewerkschaften für gescheitert erklärt. Der kanadisch-österreichische Zulieferer sei zu keinen größeren Zugeständnissen bereit, kritisierte Opel-Betriebsratschef Jose Juan Arceiz in Madrid. Ungeachtet dessen dauere das Gespräch zwischen Wolf und dem spanischen Industrieminister Miguel Sebastian an, hieß es im Ministerium.

Henderson erklärte in Schanghai, trotz der Widerstände der Gewerkschaften wegen möglicher Arbeitsplatzverluste gehe der Verkauf der Marken Opel und Vauxhall wahrscheinlich über die Bühne. Der austro-kanadische Autozulieferer Magna will zusammen mit der russischen Sberbank 65 % von Opel kaufen. Henderson sagte, da 35 % von Opel bei GM blieben, sei GM am Erfolg der Übernahme interessiert. Voraussetzung für den Erfolg sei eine deutliche Kostenreduzierung.

Als Gründe für die Verzögerung bei der Vertragsunterzeichnung nannte das "Handelsblatt" die noch andauernden Verhandlungen mit dem Betriebsrat sowie Finanzierungsfragen. Pro Jahr sollen die europaweit 50.000 Mitarbeiter über Zugeständnisse beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie bei künftigen Tariferhöhungen 265 Mio. Euro einsparen helfen. Im Gegenzug sollen sie mit zehn Prozent am neuen Opel-Unternehmen beteiligt werden.

Auch stünden die Kaufverträge noch unter dem Vorbehalt einer Einigung über die staatliche Flankierung des Opel-Geschäfts mit insgesamt 4,5 Mrd. Euro. Bisher hätten die anderen Opel-Standortländer Spanien, Großbritannien und Belgien keine konkreten Zusagen gemacht, sich an der Staatshilfe zu beteiligen.

Den ersten Teil der Hilfen hatte Deutschland alleine vorfinanziert. Der deutsche Wirtschaftsminister Guttenberg geht indes weiter von einer Mitfinanzierung der Opel-Übernahme durch Magna seitens der anderen EU-Länder mit Fabriken des Autobauern aus.