Griechische Banken bleiben trotz Staatshilfe privat

Griechenlands angeschlagene Banken kommen trotz milliardenschwerer Kapitalspritzen der Regierung um eine Voll-Verstaatlichung herum. Wie aus einem Gesetzesentwurf hervorgeht, soll sich der Staat zwar in erheblichem Umfang mit neuen Aktien und Wandelanleihen an den Instituten beteiligen. Mitreden will er aber im Tagesgeschäft nicht.

Die Anteilsscheine geben der Regierung nur bei strategischen Entscheidungen Mitspracherechte - etwa bei Fusionen oder dem Verkauf von Unternehmensteilen. Das Parlament soll am Dienstag über den Entwurf abstimmen.

Zur Rettung der Banken stehen 50 Mrd. Euro bereit. Die Institute brauchen das Geld wegen des Schuldenschnitts, den die griechische Regierung mit ihren privaten Gläubigern - vor allem Banken, Versicherer und Hedgefonds - ausgehandelt hat. Der darin vorgesehene Tausch von alten in neue griechische Staatsanleihen, der die Schuldenlast des Landes um rund 100 Mrd. Euro erleichtern soll, führt bei den griechischen Geldhäusern zu massiven Verlusten.