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Handel: Aufstand gegen 'Gier-Konzerne'

Die Teuerung bei Lebens­mitteln liege zum Teil an der Gier mancher Hersteller, tobt Spar-Vorstand Markus Kaser. 

Salzburg. Immer mehr Menschen wissen angesichts der extrem steigenden Preise nicht mehr, wie sie den Alltag finanziell bewältigen sollen, gleichzeitig scheffeln Großkonzerne etwa aus der Lebensmittelindustrie Milliardengewinne. Gegen dieses Ungleichgewicht macht jetzt der erste heimische Handelschef mobil: Ihn mache das „zornig“, so Spar-Vorstand Markus Kaser gegenüber der Kleinen

Zeitung. Denn „die Gewinne dieser börsennotierten Gierkonzerne zahlen die Kunden“.
Kaser lässt mit Kritik an „maßlos überzogenen Preisforderungen von manchen Lebensmittelherstellern“ aufhorchen: „Während Danone, Nestlé, Unilever und Co. enorme Gewinne verkünden, können sich manche Konsumenten Mehl und Nudeln nicht mehr leisten.“

Nicht mit höheren Energie- & Rohstoffkosten erklärbar

Greedflation. Kaser stellt klar: Die Teuerung bei Lebensmitteln sei nur „teilweise“ auf höhere Energie- und Rohstoffpreise zurückzuführen. Der Rest liege an der „Gier mancher Unternehmen“. Der Spar-Manager bringt dafür den aus den USA kommenden Begriff der „Greedflation“ ins Spiel – Inflation getrieben durch Gier.

Da Spar auch selber Lebensmittel produziere (Eigenmarken), „wissen wir über die Preise von Roh­stoffen und Verpackung ­Bescheid“, sagt Kaser. Und bringt ein Beispiel aus der Praxis: Vor Kurzem habe ein europäischer Lebensmittelkonzern bei Spar angeklopft und die Einstandspreise für Milch, Milchprodukte und Käse um 27 % erhöhen wollen. Begründet worden sei das mit der Ukrainekrise. „Das akzeptieren wir so nicht“, tobt Kaser: „Wir haben das durchgerechnet und sind auf einen Anstieg der Produk­tionskosten von 4 % gekommen.“ Der betreffende Konzern habe seine Forderung dann auf 8 % gesenkt.
Spar werde gegen Preistreiberei ankämpfen. „Werden Produkte im Einkauf zu teuer, nehmen wir sie aus dem Sortiment und bieten Alternativen von anderen Herstellern oder unseren ­Eigenmarken an“, so Kaser.