Sein Sparprogramm gefährdet Premium-Airline

Heftige Kritik an Lufthansa-Chef Mayrhuber

Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber musste sich am Montag auf einer Personalversammlung heftige Kritik gefallen lassen. Zahlreiche Mitarbeiter hätten ihm vorgehalten, mit seinem Sparprogramm die Rolle des Unternehmens als Premium-Airline zu gefährden. Die Redner aus Kabine und Cockpit seien oftmals mit großem Applaus aus den Reihen der etwa 500 bis 1.000 Zuhörer bedacht worden, wurde berichtet.

Im Anschluss demonstrierten Mitarbeiter an der Konzernzentrale der AUA-Mutter gegen eine "Verwässerung der Premium-Marke Lufthansa". Viele Mitarbeiter hätten zudem kritisiert, das Management beschäftige sich zu sehr mit Zukäufen im Ausland, statt am Produkt der Lufthansa selbst zu arbeiten. Das Angebot sei durch die vielen Töchter auch im Inland schon sehr heterogen, hieß es.

Mayrhuber habe die internationale Expansion in einer Rede verteidigt, da der deutsche Markt begrenzt sei. Lufthansa hatte in den vergangenen Jahren mehrere Fluggesellschaften unter anderem in der Schweiz, in Österreich und in Großbritannien gekauft. Zuletzt war ein Sparprogramm aufgelegt worden, mit dem die jährlichen Kosten um eine Milliarde Euro sinken sollen. Allerdings hatte das Management wiederholt betont, Lufthansa solle eine Premium-Marke bleiben.

Bei dem Unternehmen laufen seit Monaten Tarifverhandlungen für die Piloten und die Mitarbeiter in der Kabine. Im Tarifstreit bei den Piloten soll im Laufe der nächsten Tage ein Schlichter gefunden werden. Bei den Kabinenbeschäftigten stellte Lufthansa für die kommenden Tage ein Angebot in Aussicht.