Hypo-Prüfung auch durch den Rechnungshof

Der Rechnungshof behält sich eine detaillierte Prüfung der verstaatlichten Hypo Alpe Adria vor, fixiert ist aber noch nichts. Die Kärntner Hypo wird aber bereits bei der RH-Prüfung des Bankenpakets ein Thema, hat sie doch erst 900 Mio. Euro und nun weitere 450 Mio. Euro erhalten. Unterdessen wurde bekannt, dass die Risikovorsorgen mit 5 Mrd. Euro weit höher ausfallen könnten als angenommenen.

Dies schreibt der "Standard" unter Berufung auf einen "hochrangigen Banker". Die Vor-Ort-Prüfung der Nationalbank habe hingegen "im Wesentlichen" ähnliche Erkenntnisse gebracht wie die Analyse von PricewaterhouseCoopers, die das Risikopotenzial auf 3,1 Mrd. Euro bis 2013 beziffert hat.

Der "Kurier" wiederum berichtet, dass Bernhard Gaber, Leiter der Soko Hypo Alpe Adria, "Querverbindungen" zwischen Hypo-Finanzdesaster und der Immofinanz für möglich hält. Allerdings sei es zu früh, dazu Aussagen zu treffen, sagte er laut Zeitung.

Vom Ergebnis der Bankenpaketsprüfung wird abhängen, ob der Rechnungshof eine umfassende Untersuchung der Hypo Alpe Adria anschließt. Zuletzt hatte die Hypo 2002 Besuch vom Rechnungshof erhalten.

Die Grazer Wechselseitige bezeichnete indes den Totalverlust bei der Hypo als schmerzlich, aber verkraftbar. Da man konservativ bilanziere, habe man die Erträge aus Hypo-Anteilsverkäufen geparkt und könne nun den Verlust in Höhe von 203 Mio. Euro Anschaffungskosten aus Gewinnvorträgen der Bank Burgenland abschreiben, sagte GraWe-Generaldirektor Othmar Ederer.

Nach der rettenden Verstaatlichung der Hypo geht auch die politische Debatte weiter. ÖVP-Generalsekretär Kaltenegger nimmt das BZÖ in die Pflicht: "Ich fordere ein Mindestmaß an Demut vor Steuergeld und den Steuerzahlern", erklärte Kaltenegger. Die Kärntner SPÖ fordert jetzt Neuwahlen und kündigte einen diesbezüglichen Antrag in der Landtagssitzung am Donnerstag an. Die Grünen kündigten einen Misstrauensantrag gegen Finanzlandesrat Dobernig (BZÖ) und ÖVP-Landesrat Martinz an. Kärntens BZÖ-Chef Uwe Scheuch sprach von einer "böswillig geführten Negativ-Kampagne".