Lauda: Kaufe meine Airline zurück

Comeback des Jahres

Lauda: Kaufe meine Airline zurück

NIKI-Pleite jetzt in Österreich vor Gericht – der Verkauf an Vueling ist gestoppt.

Wien. Mit einem Comeback ist bei Niki Lauda immer zu rechnen. Jetzt unternimmt die Formel-1-Legende einen neuen Anlauf, ihre Ex-Airline NIKI zurückzukaufen: „Wir werden am 19. Jänner ein Angebot legen“, kündigt Lauda in ÖSTERREICH an.
 
So läuft sein neues Luftfahrtabenteuer: Im Thriller um die Rettung von NIKI und die Zukunft von 1.000 Mit­arbeitern wurde die Airline nach Weihnachten an den spanischen Billigflieger Vueling verkauft, doch jetzt wird die Pleite vor dem Gericht in Korneuburg (NÖ) neu aufgerollt. Interessenten können bis Freitag wieder in den Poker einsteigen.

 

"Am 22. Jänner fällt dann die Entscheidung"

ÖSTERREICH: Sie bieten erneut für Ihre Ex-Airline?
 
Niki Lauda: Wir prüfen die nächsten zwei Tage alles noch einmal durch. Und wie es jetzt momentan ausschaut, werden wir am 19. Jänner ein Angebot legen.
 
ÖSTERREICH: Wir?
 
Lauda: Mit „wir“ meine ich mich und mein Team. Ich lege alleine ein Angebot.
 
ÖSTERREICH: Die gesamte Causa ist in Österreich gelandet. Wie kompliziert war der Umweg über Deutschland?
 
Lauda: Das hat eine unglaubliche Zeitverzögerung gebracht für NIKI. Meiner Meinung nach hätte das vom ersten Tag an so sein müssen. Weil NIKI ein österreichisches Unternehmen ist und kein deutsches. Und das hat unglaublich viel Zeit gekostet. Jeder Tag, wo mit NIKI nichts passiert, wissen die Mitarbeiter nicht, wie es weitergeht, gibt es keinen Flugplan.
 
ÖSTERREICH: Das heißt aber nicht, dass das sofort hier erledigt wird.
 
Lauda: Das ist ganz klar ausgeschrieben worden: Bis 19. Jänner kann oder muss man ein Angebot legen, und am 22. Jänner wird es entschieden. Effizienter und schneller geht das nicht.
 
ÖSTERREICH: Warum tun Sie sich das an?
 
Lauda: Ich war immer für den Wettbewerb. Ich wurde von Anfang an kritisiert, dass wenn die Lufthansa alles hier fliegen würde, wäre das ein Monopol und die Preise steigen. Da ich für Wettbewerb bin, war für mich klar, wenn es für mich eine Möglichkeit gibt, mit NIKI wieder was zu tun, würde ich das probieren. Zwei Mal ist es nicht gelungen. Beim ersten Mal ging ­alles an die Lufthansa. Beim zweiten Mal an die Vueling.
 
ÖSTERREICH: Erwarten Sie sich Hilfe von der Politik?
 
Lauda: Die Politik hat größtes Interesse, dass NIKI wieder zu fliegen beginnt. Aber logischerweise entscheiden die Korneuburger Konkursrichter, wer den Zuschlag kriegt.
 
ÖSTERREICH: Danach startet es wieder von null?
 
Lauda: Die Entscheidung kann jetzt eigentlich nur noch zwischen den Bietern, die vorher schon waren, sein. Das ist die Vueling – und ich.
 
(wek)