Linz Textil wieder in den schwarzen Zahlen

Die Linz Textil AG hat im vergangenen Jahr ihr Ergebnis deutlich verbessert. Das berichtete Generaldirektor Dionys Lehner in einer Pressekonferenz zur Präsentation der Bilanz 2009. Das Unternehmen habe von der bereits 2007 begonnenen und Ende 2008 abgeschlossenen Restrukturierung und Redimensionierung profitiert, die sich in der Bilanz 2008 noch mit einem Rückgang bei Umsatz, Gewinn und Personal niedergeschlagen hatte.

Der Umsatz der Linz Textil ist auch 2009 noch rückläufig gewesen - von 129,5 auf 122,7 Mio. Euro. Der Cash-Flow der laufenden Geschäftstätigkeit ist von 10,6 auf 12,2 Mio. Euro gestiegen, jener aus dem Ergebnis von 5,7 auf 11,4 Mio. Euro. Das EBIT hat von -53.000 auf +3,6 Mio. Euro gedreht. Das EGT ist von 1,7 auf 3,7 Mio. Euro gestiegen.

Das ergibt bei 300.000 Stückaktien einen von 3,77 auf 7,04 Euro gestiegenen Gewinn pro Aktie. Als Standarddividende werden künftig 4 Euro angepeilt plus ein jedes Jahr festzusetzender Bonus. Für 2009 sollen die Aktionäre insgesamt 6 Euro nach 3,2 im Jahr davor erhalten.

Das neu errichtete Werk in Nanjing in China hat im 2. Quartal 2009 seinen Betrieb aufgenommen. Dadurch ist der gesamte Personalstand von 637 auf 667 gestiegen. Die Fabrik läuft auf vollen Touren. Der Generaldirektor ist mit der dortigen Technik und Qualität zufrieden, mit dem Ertrag jedoch nicht, weil die gestiegenen Rohstoffpreise nicht weitergegeben werden könnten.

Nach der Rekordinvestition von 19,6 Mio. Euro im Jahr 2008 - die Firma sei damit auf den neuesten Stand gebracht worden - sind diese Ausgaben im vergangenen Jahr auf 5 Mio. reduziert worden. Selbst wenn in Linz zwei Jahre lang nicht investiert würde, bliebe es die modernste Textilfabrik Europas, erklärte Lehner.

Geplant seien weitere Investitionen in den Einsatz der Luftdüsentechnik im Spinnverfahren. Aber die Maschinen mit dem nächsten Entwicklungsschritt seien erst 2011 verfügbar. Somit werde auch heuer wenig investiert. Das ergebe eine Liquiditätsüberschussproblematik. Das Unternehmen habe im Vorjahr alles zurückbezahlt, was möglich sei. Es gebe keine Bankschulden. Die Eigenkapitalquote ist 2009 von 78,6 auf 80,1 % gestiegen. Geld für den Bau einer weiteren Fabrik wäre vorhanden. Die Rahmenbedingungen dafür seien aber vorerst nicht klar erkennbar.

"Betrübt" ist Lehner von den drei Bränden im Werk Linz, die den gesamten Logistik-Bereich vernichtet hätten. Es gebe eine Neuwert-und eine Produktionsausfallversicherung, jedoch Schaden bei den Kunden durch Nichtlieferung. Das habe man aber derzeit im Griff. Noch werde mit Provisorien gearbeitet, der Wiederaufbau sollte im November abgeschlossen sein.

Lehner will sich im heurigen Juli mit bald 68 Lebensjahren aus dem Geschäft zurückziehen. Als CEO der GmbH soll ihm der bald 40 Jahre alte Alexander Hofstadler nachfolgen. Der Absolvent eines Maschineningenieurs und eines Betriebswirtschaftstudiums ist seit sechs Jahren bei der Linz Textil. Damit soll der laufende Generationswechsel im Unternehmen weiter fortgesetzt werden. Lehner will noch im Vorstand der Holding bleiben und zusammen mit anderen älteren Mitarbeitern "Erfahrung beisteuern".

Im Moment würden die Geschäfte "sehr gut" laufen, berichtete der Generaldirektor. Für das gesamte Jahr erwartet er einen konstanten Personalstand, 10 % mehr Umsatz und einen überproportional wachsenden Gewinn. Er glaubt aber nicht an eine Nachhaltigkeit des Aufschwunges.