Lufthansa streicht Dividende und Standorte

Die AUA-Mutter Lufthansa setzt trotz eines knappen Milliardengewinns den Rotstift an. Der Vorstand will mehrere Standorte schließen, und die Aktionäre sollen auf eine Dividende verzichten. Das Nettoergebnis solle in vollem Umfang einbehalten werden, teilte der Konzern am Dienstagabend mit. Zugleich will die Lufthansa-Spitze um Vorstandschef Christoph Franz mehr als 100 neue Flugzeuge bestellen.

Im abgelaufenen Jahr profitierte die Lufthansa überraschend stark von Beteiligungsverkäufen. Unter dem Strich verdiente der Dax-Konzern daher 990 Millionen Euro, nachdem er ein Jahr zuvor noch einen Verlust von 13 Millionen Euro eingeflogen hatte. Im operativen Geschäft lief es allerdings schlechter. Während der Umsatz um fünf Prozent auf 30,1 Milliarden Euro wuchs, ging der operative Gewinn um 36 Prozent auf 524 Millionen Euro zurück. Damit fiel er auch schwächer aus als von Analysten erwartet.

Erst im Oktober hatte Lufthansa-Chef Franz eine Verschärfung des Sparkurses angekündigt. Die bislang in Angriff genommenen Projekte wie das Programm "Score" reichten nicht aus, um zusätzliche Belastungen auszugleichen, hieß es damals. Für das Sanierungsprogramm gab die Lufthansa 2012 rund 160 Millionen Euro aus. Durch die eingeleiteten Personalkürzungen und weitere Schritte sollen sollen die jährlichen Kosten bis 2015 um 1,5 Milliarden Euro gesunken sein.

Zugleich profitierte die Lufthansa 2012 von ein Radikalschnitt bei der lange defizitären Tochter Austrian Airlines (AUA). Die Verlagerung des Betriebs auf deren Regionalflug-Ableger Tyrolean Airways schob den operativen Gewinn einmalig um 115 Millionen Euro in die Höhe.