grasl

Ab 1. Jänner

Grasl neuer kaufmännischer ORF-Direktor

Der 36-Jährige erhielt 33 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen. Grasl tritt seine Stelle am 1. Jänner an - als Nachfolger für Sissy Mayerhoffer. Der bisherige Chefredakteur des Landesstudios NÖ war der Vorschlag von ORF-Chef Wrabetz.

Richard Grasl ist am Donnerstag wie erwartet zum neuen Kaufmännischen Direktor des ORF gewählt wurden. Der 36-Jährige, der die Stelle am 1. Jänner antritt, wurde am Donnerstag vom Plenum des ORF-Stiftungsrats mit 33 Prostimmen und zwei Enthaltungen bestellt.

Der bisherige Chefredakteur des Landesstudios Niederösterreich galt als Wunschkandidat der ÖVP für die zurückgetretene Sissy Mayerhoffer, die am Donnerstag verabschiedet wurde und neue "Licht ins Dunkel"-Chefin wird.

Mayerhoffer hatte Mitte November unmittelbar nach der Regierungseinigung auf ein neues ORF-Gesetz und auf eine Gebührenrefundierung in Höhe von insgesamt 160 Mio. Euro ihren Platz geräumt und angekündigt, die Funktion "Humanitarian Broadcasting" des öffentlich-rechtlichen Senders übernehmen zu wollen. Grasl war der Vorschlag von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Laut ORF-Kommunikationschef Pius Strobl hat es mehrere Bewerbungen für die Funktion gegeben.

Wrabetz' Finanzplan gebilligt

Der ORF-Stiftungsrat hat zudem den von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz vorgelegten Finanz- und Stellenplan am Donnerstag mit einer Gegenstimme angenommen. Außerdem wurde Franz Prenner zum Nachfolger von Walter Zinggl als Geschäftsführer der ORF-Enterprise bestellt und Peter Schöber zum neuen TW1-Chef gekürt.

Der am Donnerstag vom Stiftungsrat verabschiedete Finanzplan sieht für 2010 ein ausgeglichenes Finanzergebnis vor - bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung möglichst aller Leistungen. Der ORF rechnet für 2010 mit Umsatzerlösen in Höhe von 848,7 Mio. Euro, 530,1 Mio. Euro stammen aus Gebührengeldern, die Werbeerlöse werden mit 208,2 Mio. Euro veranschlagt, die sonstigen Umsatzerlöse mit 110,4 Mio. Euro.

Für Materialkosten sind im Finanzplan 538,7 Mio. Euro vorgesehen, für den Personalaufwand 333,7 Mio. Euro. Nicht vorgesehen ist im Finanzplan die von der Regierung in Aussicht gestellte Gebührenrefundierung. Diese dürfte dem ORF im nächsten Jahr 50 Mio. Euro einbringen.

Prenners ambitioniertes Vorhaben wird es sein, über die im Finanzplan vorgesehenen 208 Mio. Euro Werbeeinnahmen zu kommen. Die Netto-Werbeeinnahmen im TV will er auf dem Niveau von 2009 halten, trotz einer Preissenkung von durchschnittlich 20 %, sagte der neue ORF-Werbechef vor Journalisten.

Die Werbepreise des öffentlich-rechtlichen Senders hätten sich heuer bereits an jene der Privatsender und deutschen Werbefenster angenähert und liegen laut Prenner nur noch 1,2 bis 1,8 % darüber. Im Radio strebt Prenner im nächsten Jahr rund 80 Mio. Euro Nettoeinnahmen an, was dem Ergebnis von 2008 entspricht und bei Online und Teletext will er 11,4 Mio. Euro erwirtschaften. Sein Ziel ist es, gemeinsam mit den Privatsendern die Werbepreise im Fernsehen wieder zu erhöhen oder zumindest stabil zu halten.

Schöber Chef von TW1

Neben den Bestellungen von Richard Grasl und Prenner gab es am Donnerstag eine weitere Personalentscheidung. Peter Schöber wurde einstimmig zum neuen Leiter des Spartenkanals TW1 gewählt. Schöber leitete zuletzt den Bereich Sozialprojekte und wird nun den im neuen ORF-Gesetz vorgesehenen Umbau von TW1 zu einem Informations- und Kulturkanal in Angriff nehmen.