Unternehmenssprecher Strobl verteidigt die Pläne

ORF-Magazinredakteure gegen Auslagerung von Cuttern

Die ORF-Magazinredakteure fürchten eine Verschlechterung der Programmqualität durch die geplante Auslagerung von Schnittplätzen und haben ihren Protest in einer in der Redakteursversammlung verabschiedeten Resolution festgehalten.

Die Geschäftsführung plant in ihrem Strategiekonzept unter anderem die Auslagerung jener Bereiche, die nichts direkt mit dem Kerngeschäft zu tun haben - dazu zählt sie den Betrieb von Schnittplätzen die nicht zur tagesaktuellen Produktion benötigt werden. Auf Dauer ist geplant, dass auch Redakteure ihre Beiträge selbst schneiden oder zumindest vorschneiden.

In einer Aussendung protestierten die Mitarbeiter des TV-Magazinbereichs am 27. Juli "schärfstens" gegen Auslagerungen und Stellenkürzungen im Bereich der Cutter, "gegen Reduktionen im Studiobereich und gegen die Kündigungen in der Programmpromotion". "All diese Maßnahmen haben unmittelbare Auswirkungen auf unsere journalistische Arbeit", hieß es. Das Publikum würde diese Maßnahmen zu spüren bekommen, sind die Redakteure überzeugt. Und damit werde "genau das Gegenteil dessen erreicht, was Generaldirektor Alexander Wrabetz als oberste Prämisse des vom Stiftungsrat eingeforderten Sparprogrammes verkündet hat".

Diskussion um Redakteure als Cutter

ORF-Unternehmenssprecher Pius Strobl, der sich über die in der Öffentlichkeit ausgetragenen Vorwürfe ärgert, hält dem entgegen: "Jedem, der vor dem Fernseher sitzt, ist es egal, ob ein Beitrag von einem oder zwei Mitarbeitern gemacht wurde. Bisher sitzen Gestalter und Cutter zu zweit beim Schnitt. Ein modernes Arbeitsplatzbild sieht vor, dass der Gestalter - wo immer das möglich ist - auch selbst schneidet." Die Mitarbeiter des Magazinbereichs halten in der Aussendung fest, dass es nicht akzeptiert werde, "Redakteure auch als Cutter einzusetzen".

Bisher betreffen die Auslagerungen und Umschulungen laut Strobl nur die Cutter und Gestalter im Bereich Promotion. Hier soll es künftig nur noch sogenannte Solopromotoren geben, also Gestalter und Cutter in einem. Die Neustrukturierung ist Teil des vom Stiftungsrat in Auftrag gegebenen Maßnahmenpakets zur Straffung der Strukturen. "Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen der ORF steht, ist eine Abschlankung der Strukturen in allen Bereichen ein Gebot der Stunde und unumgänglich", so Strobl.

Bei acht Dienstposten in der Promotion strebt die Geschäftsführung dabei die einvernehmliche Auflösung der Verträge an, weitere 30 bis 35 Mitarbeiter sollen umgeschult werden. Über alle Maßnahmen sind laut Strobl die zuständigen Betriebsräte sowie der Zentralbetriebsrat informiert. Die Redakteure befürchten allerdings, dass "die Betriebsräte der Bereiche Technik und Programm die Tragweite dieser Entscheidungen nicht erfasst haben".