Banken-Poker

Mega-Deal: Unicredit legt Übernahmeangebot für Commerzbank vor

Im europäischen Bankensektor bahnt sich ein Milliarden-Deal an. Die italienische Großbank Unicredit hat offiziell ein Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt. Anleger reagierten sofort: Die Commerzbank-Aktie schoss im frühen Handel deutlich nach oben. 

Die italienische Großbank Unicredit hat am Montag ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für die deutsche Commerzbank angekündigt. Dabei handelt es sich um ein Tauschangebot für die Aktionäre.

Für eine Commerzbank-Aktie bietet Unicredit 0,485 neue eigene Stammaktien an. Der Gegenwert liegt damit bei rund 30,80 Euro je Commerzbank-Aktie. Die neuen Aktien sollen im Zuge einer Kapitalerhöhung ausgegeben werden, die ausschließlich den Commerzbank-Aktionären vorbehalten ist.

Aktie reagiert sofort

Die Börse reagierte umgehend auf die Nachricht. Im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate sprang der Kurs der Commerzbank zeitweise um rund neun Prozent nach oben. Zuletzt notierte die Aktie bei 30,81 Euro – und damit noch immer mehr als vier Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Freitag.

Die Unicredit-Aktie hingegen geriet leicht unter Druck und rutschte zunächst ins Minus.

Unicredit baut Druck auf

Die Unicredit, Mutter der Bank Austria, wirbt bereits seit September 2024 um die Commerzbank. Der italienische Bankkonzern ist inzwischen schon größter Aktionär des deutschen Geldhauses. Aktuell hält Unicredit gut 26 Prozent der Anteile. Über Finanzinstrumente verfügt die Bank zudem über Zugriff auf weitere rund drei Prozent.

30-Prozent-Schwelle entscheidend

Ab einer Beteiligung von 30 Prozent wäre Unicredit-Chef Andrea Orcel gesetzlich verpflichtet gewesen, ein offizielles Übernahmeangebot vorzulegen. Mit dem nun präsentierten Angebot nimmt der Übernahmepoker zwischen den beiden Großbanken weiter Fahrt auf – und könnte den europäischen Bankenmarkt nachhaltig verändern.

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