Mit Sicherung der Preisstabilität nicht zögern

Ein hochrangiger EZB-Vertreter hat davor gewarnt, die historisch niedrigen Leitzinsen in den Industriestaaten noch lange beizubehalten. Wenn die Zinssätze auf dem Niveau der vergangenen zwei Jahren belassen würden, werde sich die Ausweitung der Geldmenge beschleunigen, schrieb EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi in einem Beitrag für die italienische Tageszeitung "Corriere della Sera".

Die Zentralbanken sollten nicht damit zögern, zur Sicherung der Preisstabilität zu handeln. Je größer der Abstand zwischen den realen Zinssätzen und den Wachstumsraten sei und je länger dieser bestehe, desto größer sei das Risiko einer Instabilität, erklärte der Zentralbanker. Die Notenbanken in den Industriestaaten halten ihre Leitzinsen seit der Finanzkrise niedrig, um die Wirtschaft zu stützen. Die EZB ist allerdings wegen des wachsenden Inflationsdrucks vor allem durch steigende Rohstoffpreise in Alarmbereitschaft.