Verbrauch von 86,57 Mio. Barrel Rohöl am Tag

Ölförderkürzung erwartet

Nach Trump-Ankündigung: Ölpreis steigt um 16 Prozent

Trump erwartet Ölförderkürzungen von Russland und Saudi-Arabien - Goldpreis fester.

Wien. Der US-Ölpreis hat am Donnerstag im späten europäischen Handel massiv höher gegenüber dem Vortag tendiert. Gegen 17.00 Uhr kostete ein Barrel (159 Liter) der Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) 28,04 Dollar und damit um beachtliche 16 Prozent mehr als am Mittwoch.

Für die rasante Erholungsbewegung bei den Rohölnotierungen machten Marktteilnehmer Aussagen vom US-Präsidenten Donald Trump verantwortlich. Dieser hatte gesagt, er erwarte und hoffe, dass die weltweit größten Ölfördernationen Russland und Saudi-Arabien ihre Ölförderung kürzen werden. Trump hatte zuvor mit Russlands Präsidenten Putin und dem Kronprinzen aus Saudi-Arabien gesprochen, berichtete der Finanzinformationsdienst CNBC. Trump erwartet nun von beiden Ländern Förderkürzungen im Ausmaß von zehn Millionen Barrel.

Der Goldpreis in London lag am späten Nachmittag bei 1.606,92 Dollar und damit klar über dem Schlusskurs vom Mittwoch von 1.591,42 Dollar.

Erwarte Förderkürzung von Russland und Saudi-Arabien

US-Präsident Donald Trump erwartet nach eigenen Angaben eine Kürzung der Öl-Förderung durch Russland und Saudi-Arabien, die gegenwärtig einen Preiskrieg führen. Er habe mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gesprochen, der wiederum mit Präsident Wladimir Putin gesprochen habe, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter.
 
Trump erklärte, er "erwarte und hoffe", dass beide die Förderung um 10 Millionen Barrel kürzen, möglicherweise sogar um bis zu 15 Millionen Barrel. Die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA bestätigte das Telefonat. Die Regierung des Königreichs habe zu einer Dringlichkeitssitzung der "OPEC+-Staaten aufgerufen, zu denen auch Russland gehört.
 
Die Hoffnung auf ein Ende des Preiskriegs zwischen Saudi-Arabien löste eine Preisexplosion bei Rohöl aus. Die Sorte Brent verteuert sich um fast die Hälfte auf 36,29 Dollar (33,18 Euro) je Barrel, das US-Öl WTI um 35 Prozent auf 27,39 Dollar. Damit steuern beide auf den größten Tagesgewinn ihrer Geschichte zu.

Verwirrung nach Trump-Tweets 

Neue Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Ölstreit zwischen Russland und Saudi-Arabien haben den Ölpreis in die Höhe schnellen lassen, zugleich aber für Verwirrung gesorgt. Trump schrieb am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter, er habe mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gesprochen, der wiederum mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen habe.
 
"Ich erwarte und hoffe, dass sie (die Ölproduktion) um 10 Millionen Barrel zurückfahren", schrieb Trump. Die Senkung könne sogar 15 Millionen Barrel betragen, fügte der US-Präsident in einem zweiten Tweet hinzu. "Gute - großartige - Nachrichten für alle." Die Preise für die Rohölsorten Brent und West Texas Intermediate (WTI) schossen daraufhin um mehr als 30 Prozent in die Höhe.
 
Allerdings bestritt der Kreml umgehend, dass Putin mit dem saudi-arabischen Kronprinzen gesprochen habe. Ein solches Gespräch habe nicht stattgefunden und sei derzeit auch nicht geplant, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax.
 
Die Streitigkeiten zwischen Moskau und Riad und die geringe Nachfrage wegen der Corona-Pandemie hatten den Ölpreis zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit 18 Jahren fallen lassen. Der niedrige Ölpreis macht den US-Unternehmen stark zu schaffen, weil die Gewinnung von Öl per Fracking vergleichsweise teuer ist. Trump wird am Freitag Vertreter der US-Erdölindustrie treffen.