EU-Prognose: Österreichs Industrie schwächelt

Wachstumsaussicht gesenkt

EU-Prognose: Österreichs Industrie schwächelt

Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsaussichten für Österreich abermals leicht um 0,1 Prozentpunkte zurückgenommen. Heuer soll die Austro-Wirtschaft doch nur um 1,3 Prozent zulegen, ebenso 2021. Grund ist die wegen anhaltend schwierigen internationalen Umfelds schwächelnde Industrie.

Das Wachstum dürfte hauptsächlich von der Inlandsnachfrage kommen, so die Kommission in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Bericht zur Winterprognose.

Obwohl es Anzeichen gebe, dass sich die Wirtschaft Ende 2019 stabilisiert hat, bleibe die Stimmung in der heimischen Industrie verhalten. Daher dürften die Ausrüstungsinvestitionen 2020 und 2021 gering bleiben. Die Investitionen in den Bausektor dürften allmählich zurückgehen.

Privatkonsum bleibt Stütze

Dank steuerlicher Maßnahmen und steigender Löhne und Gehälter dürfte es weiterhin der Privatkonsum sein, der die Wirtschaft maßgeblich stützt. Der Außenhandel habe sich Ende 2019 etwas erholt und dürfte in den kommenden zwei Jahren in kleinem Ausmaß ansteigen. Ausnahmen seien exportierte Industriegüter und Maschinen- sowie Fahrzeugteile gewesen.

Für das abgelaufene Jahr 2019 geht die EU-Kommission nun von einem leicht höheren Wirtschaftswachstum aus, von 1,6 Prozent statt von 1,5 Prozent wie im Herbst. Zum Vergleich: 2018 hatte die heimische Wirtschaftsleistung laut EU-Berechnung um 2,4 Prozent zugelegt. Nach einem starken ersten Quartal 2019 habe sich das Wachstum im zweiten und dritten Quartal stark abgeschwächt, Gründe seien der Rückgang beim Export von Gütern und Dienstleistungen sowie bei den Ausrüstungsinvestitionen gewesen. Getroffen habe es vor allem die ins Ausland liefernde heimische Autozulieferindustrie. Im vierten Quartal habe das heimische Wirtschaftswachstum wieder an Fahrt gewonnen, getragen vom starken Privatkonsum und von Bauinvestitionen.

Teuerung stärker als in Eurozone

Die heimische Teuerung dürfte 2019 auf 1,5 Prozent (Gesamtinflation) zurückgegangen sein, nach 2,1 Prozent im Jahr 2018 und 2,2 Prozent im Jahr 2017. Grund für die gedämpfte Teuerung im Vorjahr waren laut EU-Kommission die gefallenen Ölpreise und die abgeschwächte Lebensmittelteuerung. 2020 soll die heimische Teuerung wegen Basiseffekten bezüglich teurerer Energie wieder leicht auf 1,6 Prozent ansteigen, 2021 dann wieder auf 1,5 Prozent zurückgehen.

Die österreichische Inflation soll damit für 2020 um 0,3 Prozentpunkte über jener des Euroraums (1,3 Prozent) liegen, 2021 um 0,1 Prozentpunkte darüber (Eurozone: 1,4 Prozent). Der Preisdruck komme vor allem von den steigenden Löhnen und Gehältern und steigenden Dienstleistungspreisen.

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