Inflations-Hammer: Jetzt droht der Brot-Schock

Massive Teuerung

Inflations-Hammer: Jetzt droht der Brot-Schock

Jetzt wird auch das Frühstück deutlich teurer: Die Kosten für Getreide steigen drastisch. 

Wien. Nach dem Preisanstieg bei Strom, Gas oder Öl die nächste Hiobsbotschaft: Auch Getreide wird teurer. Die Energiepreise stiegen um 15,2 % im Jahresvergleich (August 2020–2021). Auch bei den Backwaren könnte der Anstieg im zweistelligen Bereich liegen.


Mehlspeisen & Co. um bis zu 11 Prozent teurer


Bäcker. Österreichs Bäckereien kämpfen nicht nur mit den gestiegenen Energiepreisen. „Die Kosten für Mehl haben um über 30 % zugenommen, auch Milch ist teurer geworden und damit Butter“, sagt Edward Zögl von der Bäckerei-Kette Felber zu ÖSTERREICH.
„Wir werden um Preissteigerungen kaum herumkommen, eine Größenordnung von 9 bis 11 Prozent erscheint realistisch“, sagt Johann Ehrenberger von der Bäcker-Innung in der Wirtschaftskammer zu ÖSTERREICH.


Die Getreidepreise seien dabei aber nur ein Faktor: „Problematisch sind für uns vor allem die stark steigenden Energiekosten. Mit den Öl- und Spritpreisen verteuert sich überdies die Zustellung der Backwaren.“ Letztlich führe auch der akute Mangel an Fachkräften und die verlängerten Kündigungsfristen zu erhöhten Personalkosten, ergänzt Ehrenberger.


Österreich produziert 250 % von seinem Bedarf


Weltmarkt. ÖSTERREICH fragte bei Getreidemarkt-Experte Patrick Herz von der Agrarmarkt Austria nach, wie der gestiegene Preis für Roggen, Weizen usw. zustande kommt.
„Österreichs Getreidemarkt wird seit dem EU-­Beitritt zu einem großen Teil vom Weltmarkt beeinflusst“, weiß Herz. Deshalb sei wichtig, was weltweit in den Hauptexportländern wie den USA oder der EU geerntet werde und wie sich die Lage bei den großen Importeuren wie China darstellt.


Export. Österreich produziert vor allem für den Export – mit insgesamt 250 % sogar zweieinhalb mehr Weizen oder Roggen, als es selbst braucht. Der Großteil davon geht nach Italien. Die derzeit hohe Nachfrage auf dem Weltmarkt führt jedenfalls dazu, dass auch heimische Mühlen mehr für das Mahlgetreide bezahlen müssen.
EU-Gipfel. Am 21. und 22. Oktober werden die EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel Maßnahmen im Umgang mit den gestiegenen Energiepreisen besprechen