Die EU erwartet sich mehr Energiesicherheit

Offizieller Baustart der Ostsee-Pipeline

Mit einer großen Zeremonie wird am Freitag in Russland der offizielle Baustart der Ostsee-Pipeline Nord Stream gefeiert. Zu dem Festakt in der Portowaja-Bucht nahe St. Petersburg hat sich auch Kremlchef Medwedew angesagt. Von der rund 1.220 km langen Pipeline vom russischen Wyborg bis nach Lubmin bei Greifswald in Deutschland verspricht man sich in der EU mehr Energiesicherheit.

Die Kosten werden auf 7,4 Milliarden Euro geschätzt. Der Bau hatte bereits am Dienstagabend in schwedischen Gewässern begonnen. Die Pipeline soll Ende 2011 fertiggestellt sein.

Ein erster drei Kilometer langer Abschnitt der Erdgasleitung auf dem Meeresgrund sei bereits verlegt, teilte die Betreibergesellschaft Nord Stream AG mit. Jede weitere Leitung erhöhe die Sicherheit, sagte EU-Energiekommissar Oettinger am Freitag. Mit höheren Gaspreisen rechnet er nicht. Das 7,4 Mrd. Euro teure Nord-Stream-Projekt sei gut kalkuliert und hervorragend konzipiert, lobte der EU-Kommissar das russisch-deutsche Vorhaben.

Gleichzeitig zeigte er Verständnis für die Kritik aus Polen. Er könne verstehen, dass sich das Nachbarland politisch ausgebootet gefühlt habe. "Als vor vier, fünf Jahren das ganze Projekt (...) öffentlich wurde, war mit Sicherheit einige Brüskierung von Polen und den baltischen Staaten und generell der Ostsee-Anrainer die Folge." Die Länder fürchten, von der Gasversorgung aus Russland abgeschnitten zu werden.

Durch die rund 1.220 Kilometer lange Pipeline von Wyborg in Russland bis Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern soll ab 2011 russisches Gas nach Deutschland und Westeuropa fließen. Die Ostsee-Pipeline ist das größte russische Gasprojekt seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion.