OPEC sieht trotz Konjunkturschwäche Ölbedarfsplus

Trotz der in Eurozone, Japan, Russland und Lateinamerika schwächelnden Wirtschaft lässt die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ihre Ölverbrauchsprognose für 2015 unverändert: Dann soll die Ölnachfrage um 1,3 Prozent oder knapp 1,2 Mio. Fass täglich auf 92,4 Mio. Barrel im Tagesschnitt klettern, erklärte die OPEC am Mittwoch im neuen Monatsbericht.

Für 2014 jedoch senkte die OPEC die Verbrauchsprognose marginal und geht für heuer nur noch von einem Bedarfsanstieg von weniger als 1,2 Prozent oder 1,05 Mio. auf 91,2 Mio. Fass täglich aus, womit das Plus durchschnittlich 50.000 Fass pro Tag geringer geschätzt wird als vor einem Monat.

Die Abwärtsrevision der Prognose für 2014 sei vor allem ein Ergebnis der unerwartet schwachen Konjunktur im OECD-Raum im 1. Halbjahr, erklärte die Ölorganisation. Das Verbrauchsplus für 2015 schätze man gegenüber dem letzten Bericht unverändert, aber von einer etwas geringeren Ausgangsbasis. Die geringere Nachfrage der OECD-Staaten werde teilweise durch kleinere Mehrverbräuche in Teilen Asiens sowie Afrika ausgeglichen.

In Europa kenne der Abwärtstrend beim Ölbedarf offenbar kein Ende, so die OPEC. Ihren Zahlen zufolge ist allein in den "Big 4" (Deutschland, Frankreich, Italien, UK) von Juli 2013 bis Juli 2014 der Verbrauch um 1,6 Prozent auf 6,93 (7,04) Mio. Fass täglich gesunken. Der OECD-Raum insgesamt dürfte heuer doch wieder ein Minus aufweisen, zuletzt ging die OPEC für die Industriestaaten noch vom ersten kleinen Verbrauchsplus seit dem Jahr 2010 aus.

Ein nach wie vor kräftiges Nachfrageplus erwartet die OPEC wie 2014 auch für 2015 aus dem Nahen Osten und Lateinamerika mit jeweils mehr als 3 Prozent. In China soll der Zuwachs knapp 3 Prozent ausmachen. Damit würden Nahost, Lateinamerika und China nächstes Jahr aber nicht an die für 2014 erwarteten Bedarfszuwächse herankommen.