Opel-Mitarbeiter demonstrieren in Antwerpen

Tausende Opel-Beschäftigte aus ganz Europa haben in Antwerpen für den Erhalt von Arbeitsplätzen nach dem Einstieg von Magna demonstriert. Mit Trommeln und Plakaten machten sie am Mittwoch ihrem Unmut über die Magna-Pläne und die drohende Schließung des belgischen Werks Luft. Die Schätzungen über die Teilnehmerzahlen reichten von 2.500 bis 5.000.

"Wir werden keine Werksschließungen in Europa akzeptieren", sagte Gewerkschaftsvertreter John Fetherston vom Werk der Opel-Schwestermarke Vauxhall in Ellesmere Port in Grossbritannien auf der Grosskundgebung. "Wir zeigen unsere Solidarität mit den Kollegen in Antwerpen. Wenn wir heute nicht kämpfen, könnten morgen Bochum, Luton oder Saragossa dran sein", erklärte Peter Scherrer, Generalsekretär des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes.

Der Gesamtbetriebsratschef von Opel, Klaus Franz, sagte, die Belegschaft werde ihren angebotenen Verzicht auf jährlich 265 Mio. Euro bis 2014 nur dann aufrechterhalten, wenn kein Werk geschlossen werde und die Investoren auf betriebsbedingte Kündigungen verzichteten. Auf der Streichliste des kanadisch-österreichischen Zulieferers Magna und seiner russischen Partner stehen nach den Angaben 10.450 Stellen.

Unterdessen meldete die EU-Kommission Zweifel an den geplanten deutschen Staatshilfen für Opel an. Mehrere europäische Länder kritisieren, dass vom Magna-Übernahmekonzept besonders deutsche Standorte profitierten. "Die Kommission wird Staatshilfen, die an einen speziellen Businessplan geknüpft sind, der vorher mit Mitgliedstaaten ausgehandelt wurde (...), nicht akzeptieren", teilte die Kommission mit. Staatshilfen dürften nicht dazu genutzt werden, "politische Grenzen aufzuerlegen, was den Produktionsort angeht".

Deutschland hat Magna Kredite und Bürgschaften von 4,5 Mrd. Euro zugesagt. Die übrigen Opel-Standortländer sollen sich aber an den staatlichen Hilfen beteiligen. Eine Einigung steht noch aus.