Konzern warnt aber vor zuviel Optimismus

Philips überrascht mit starkem Gewinn

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat zu Jahresbeginn von seinem strikten Sparkurs und guten Geschäften in der Sparte Beleuchtung profitiert. Europas größter Hersteller von Verbraucherelektronik warnte aber vor zu viel Euphorie: Die wirtschaftliche Entwicklung sei weiter nur schwer abzusehen. Kopfschmerzen bereite auch das trübe Verbrauchervertrauen, so Philips-Chef Gerard Kleisterlee.

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) verbuchte Philips im ersten Quartal einen Gewinn von 504 Mio. Euro und übertraf damit selbst die kühnsten Analystenerwartungen. Im gleichen Zeitraum des Krisenjahres 2009 hatte der Konzern noch einen Verlust von 74 Mio. Euro eingefahren. Der Umsatz wuchs um zwölf Prozent auf 5,7 Mrd. Euro. Da sich der Markt auf deutlich schlechtere Zahlen eingestellt hatte, deckten sich die Anleger nun mit Philips-Aktien ein: Die Papiere stiegen gegen den Markttrend um 2,5 Prozent.

Wachstumsmotor war vor allem das Kerngeschäftsfeld Licht, in dem der Konzern weltweit führend ist. In Schwellenmärkten wie China, Brasilien oder Russland fußte das zweistellige Umsatzwachstum vor allem auf gut laufenden Geschäften in dieser Sparte. In Europa kurbelte zudem die Medizintechnik-Sparte die Erlöse an. In Nordamerika hingegen fanden vor allem Lifestyle-Elektronik-Produkte ihre Abnehmer.

Philips gilt wegen seiner breiten Aufstellung als Barometer für die Entwicklung der gesamten Technologiebranche. Das Unternehmen baut vom MP3-Abspielgerät bis zum Toaster beinahe alles. In den Sparten Gesundheit und Beleuchtung ist Philips einer der größten Rivalen von Siemens und General Electric. Der US-Konzern hatte zu Jahresbeginn ebenfalls die Erwartungen übertroffen. Siemens will seine Zahlen am 29. April vorlegen.

Die weltweite Wirtschaftskrise und der damit verbundene Nachfrageeinbruch hatten Philips stark zugesetzt. Vorstandschef Kleisterlee verordnete dem Konzern daher einen strikten Sparkurs mit einem massiven Stellenabbau.