RAG-Stiftung könnte bei ThyssenKrupp einsteigen

Die milliardenschwere RAG-Stiftung könnte dem angeschlagenen ThyssenKrupp-Konzern zu Hilfe eilen. Eine Beteiligung der RAG-Stiftung an ThyssenKrupp sei grundsätzlich möglich, sagte Stiftungschef Werner Müller der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag nach Angaben eines Fraktionssprechers.

Die Bestimmungen der RAG-Stiftungssatzung ließen solche Beteiligungen zu, zitierte der Fraktionssprecher Müller am Mittwoch weiter. Rechtlich sei dies "kein Problem". Es hat aber Müller zufolge noch keine Gespräche mit ThyssenKrupp in dieser Sache gegeben. Eine Sprecherin der RAG-Stiftung sagte ebenfalls, die Satzung lasse Beteiligungen grundsätzlich zu.

Die Stiftung könnte sich an einer Kapitalerhöhung von ThyssenKrupp beteiligen, hatte Reuters bereits Ende Juni aus Branchenkreisen erfahren. Voraussetzung dafür sei aber unter anderem, dass sowohl ThyssenKrupp als auch die Krupp-Stiftung mit entsprechenden Wünschen auf die RAG-Stiftung zukämen und auch die Politik zustimme.

ThyssenKrupp wollte zu den Äußerungen Müllers nichts sagen. Ein Sprecher verwies darauf, dass es derzeit weder eine Entscheidung noch konkrete Planungen für eine Kapitalerhöhung gebe. Vorstandschef Heinrich Hiesinger hatte allerdings im Mai erklärt, er schließe eine Kapitalerhöhung in den kommenden sechs bis neun Monaten nicht aus. Vor einer Entscheidung müsse der Konzern aber das Verluste schreibende amerikanische Stahlgeschäft abstoßen. Der Verkaufsprozess hat sich immer wieder verzögert.

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