Rath 2009 mit Umsatzeinbruch und Verlust

Der Feuerfesthersteller hat 2009 die Krise stark zu spüren bekommen. Der Umsatzeinbruch fiel mit 13,1 % zwar nicht so stark aus wie befürchtet, das Ergebnis vor Steuern verschlechterte sich aber auf -0,9 Mio. Euro (2008: -0,6 Mio. Euro).

Angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung "haben wir uns tapfer geschlagen", relativierte Vorstand Georg Rath die negative Ergebnisentwicklung. Auch das 1. Quartal 2010 "schaut nicht so gut aus", im Gesamtjahr dürfte der Umsatz weiter nach unten gehen, so Rath.

Das EBITDA der Rath AG lag 2009 mit 6,8 Mio. Euro unter dem Vorjahr (9,3 Mio. Euro). In diesem Ergebnis seien auch einmalige Restrukturierungsaufwendungen von 2 Mio. Euro enthalten u.a. für die endgültige Schließung des Standortes Leoben Mitte 2009 mit 36 Mitarbeitern, erklärte Co-Vorstand Matthias Rath. Die Schließung des Werks, das man gepachtet hatte, um die Spitzenauslastung von 2008 abzudecken, sei auch aufgrund von Umweltauflagen erfolgt.

Insgesamt wurde das Personal von durchschnittlich 644 auf 551 Mitarbeiter reduziert, unter anderem durch Kurzarbeit in Deutschland, wo das Werk in Wirges (Rheinland-Pfalz) vorübergehend stillgelegt wurde. Auch in der Budapester Rath-Fabrik wird kurz gearbeitet.

Das EBIT sank von 2,1 Mio. auf 0,9 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote wurde von 40,7 auf 41,7 % gesteigert. Der betriebliche Cash-Flow erhöhte sich von 3,8 auf 6,8 Mio. Euro, der Cash-Flow aus Investitionen betrug -2,5 Mio. Euro (nach -7,3 Mio. Euro). Die Netto-Bankverbindlichkeiten wurden von 29,5 auf 25,7 Mio. Euro reduziert.

Georg Rath skizzierte das konjunkturelle Umfeld, das für die schlechte Entwicklung verantwortlich sei: Die Stahlproduktion sei in der EU um 30 % gesunken, die Produktion der fünf weltweit größten Glashersteller um ein Fünftel, die Aluminium-Produktion (ohne China) ebenfalls um ein Fünftel. In Deutschland sei die Produktion von feuerfesten Materialen im Vorjahr um 29 % zurückgegangen.

Dass es dem Familienunternehmen Rath besser ging als der Branche insgesamt, sei auch auf einige Erneuerungsprojekte in der Stahlindustrie zurückzuführen, die bereits vor der Krise ausfinanziert worden seien. "Wir haben von der Fertigstellung dieser Projekte gelebt", erklärte Georg Rath. Der Anteil des Projektgeschäfts (mit Montage und Engineering) am Gesamtumsatz sei 2009 bei der Rath-Gruppe von 25 auf 35 % gestiegen.

Ein Vorteil von Rath sei auch, dass man sehr stark diversifiziert und nur zu knapp einem Drittel von der Stahlindustrie abhängig sei. Ein Viertel der Erzeugung werde außerhalb der eigenen Produktionsländer verkauft, 17 % in Österreich, 45 % in Deutschland, 5 % in Ungarn und 8 % in den USA.

Einen großen Unsicherheitsfaktor stellen laut Matthias Rath die stark volatilen Rohstoffpreise dar. Materialanteil und Fremdleistungen würden 45 % des Umsatzerlöses ausmachen. "Die Situation am Rohstoffmarkt ist nicht unkritisch - je länger die Nachfrageschwäche anhält, desto schwieriger wird es." Heuer profitiere man derzeit noch vom niedrigen Preis für Aluminiumoxid, im zweiten Halbjahr dürfte der Preis aber wieder steigen, glauben die Rath-Manager.

Die Rath AG gehört mehrheitlich der Rath Holding GmbH bzw. der Familie Rath, der Streubesitz hat sich 2009 und heuer um knapp 2 % verringert und beträgt derzeit 21 Prozent. Die Rath-Aktie wurde heute um 9,5 Euro gehandelt (-2,96 %).

Das 1. Quartal des laufenden Jahres habe nach dem besonders umsatzstarken Vergleichsquartal des Vorjahres einen Erlösrückgang von 22,1 auf 16,4 Mio. Euro gebracht. Das sei vor allem auf einen geringeren Absatz, aber auch auf einen Preisverfall zurückzuführen. Durch die vorhandene Überkapazität auf dem Markt seien die Verkaufspreise und Margen schwer unter Druck.

Ein Ausblick für das Gesamtjahr 2010 sei schwierig, es gebe keine genauen Indikatoren, sagte Georg Rath. "Unser Ziel kann nur sein, unterm Strich positiv zu sein. Der Umsatz dürfte weiter nach unten gehen."