RWE prüft vorzeitiges Ende von Braunkohlewerk

Der deutsche Energiekonzern RWE erwägt einem Zeitungsbericht zufolge aus Kostengründen die vorzeitige Schließung des umstrittenen nordrhein-westfälischen Braunkohletagebaus Garzweiler.

Das Bergwerk könnte noch so lange betrieben werden, bis die Kohle in den Regionen gefördert ist, aus denen die Anrainer dem Abbau bereits weichen mussten. Dies wäre 2017 oder spätestens 2018 der Fall, schreibt die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagausgabe). RWE prüfe, danach den Abriss weiterer Orte und neue Investitionen in den Ausbau des Reviers zu stoppen, denn der Betrieb der großen Kraftwerke rund um Garzweiler rentiere sich immer seltener. Das wachsende Angebot von Wind- und Solarenergie lässt die Preise an den Strombörsen so stark fallen, dass Kraftwerke immer seltener am Netz sind.

Eine RWE-Sprecherin erklärte, es gebe keine konkreten Planungen, 2017/2018 aus dem Tagebau Garzweiler auszusteigen. Braunkohle als heimischer Energieträger sei ein wichtiger Teil des Konzernportfolios. Ein Komplettausstieg aus der Braunkohle ist der Zeitung zufolge bei RWE bisher kein Thema. Der benachbarte Tagebau Hambach solle in jedem Fall weiter betrieben werden.

Nach bisheriger Planung sollen bis 2045 für den Tagebau Garzweiler II weitere 7.000 Menschen umgesiedelt werden, damit auf einer Fläche von 48 Quadratkilometern rund 1,3 Milliarden Tonnen Braunkohle abgebaut werden können.

Das deutsche Bundesverfassungsgericht prüft seit Anfang Juni, ob die Zwangsenteignungen für deutsche Tagebaue rechtens sind.

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