SAP senkt Umsatzprognose wegen Schwäche in Asien

Die wirtschaftliche Lage in Asien hat den vom Wachstum verwöhnten deutschen Softwarekonzern SAP ausgebremst. Das Unternehmen werde seine Produkt- und Serviceumsätze in diesem Jahr nur noch um mindestens 10 Prozent steigern, teilte SAP am Donnerstag mit. Ursprünglich sollten die Erlöse aus Softwareverkäufen und Services wie Wartung und Support um 11 bis 13 Prozent zulegen - Währungsschwankungen und andere Nebeneffekte herausgerechnet.

Die Firmen in der Region Asien Pazifik hielten Investitionen derzeit zurück, erklärte SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe. Die Abschwächung der Konjunktur in China wirke sich vor allem auf Japan und Australien aus. "Unsere Entwicklung dort war unter unseren Erwartungen", sagte Snabe. Im zweiten Quartal waren die Produktumsätze in der Region um sieben Prozent zurückgegangen. Bereits zu Jahresbeginn hatte SAP dort geschwächelt und das noch auf den Regierungswechsel in China und Managementprobleme geschoben. Die Führungskräfte seien inzwischen ausgetauscht worden, sagte Snabe.

Dank der starken Nachfrage in Südamerika und den USA stiegen die Produkt- und Serviceumsätze im zweiten Quartal noch um sechs Prozent. Der Gesamtumsatz legte um vier Prozent auf 4,06 Mrd. Euro zu, unterm Strich verdiente SAP mit 724 Mio. Euro zehn Prozent mehr. An seiner Prognose Gewinn vor Zinsen und Steuern von 5,85 bis 5,95 Mrd. Euro hielt SAP fest, der Softwarekonzern rechnet auch bei dieser Vorhersage Währungsschwankungen und andere Effekte heraus.