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Vertrauensindex

Schlechte Werte für Skandalbanken

Hypo Kärnten, Meinl Bank und Kommunalkredit genießen das geringste Vertrauen.

Unter den österreichischen Banken genießen die Pleite- und Skandalbanken in der Bevölkerung - wenig überraschend - das geringste Vertrauen. Am meisten Vertrauen bringen die Österreicher den Bausparkassen und den lokalen Raiffeisenbanken und Sparkassen entgegen. Privatbanken und ausländische Banken finden sich eher am unteren Ende der Vertrauensskala. Das geht aus dem aktuellen APA-OGM-Vertrauensindex hervor, der sich zum ersten Mal mit einem Wirtschaftsthema befasst.

"Im Hintergrund der Finanz- und Bankenkrise ist wenig überraschend, dass den Banken mehrheitlich wenig Vertrauen entgegengebracht wird", so OGM-Leiter Wolfgang Bachmayer gegenüber der APA. Das Meinungsbild zu den verschiedenen Geldinstituten sei jedoch sehr unterschiedlich.

Schlusslichter
Die verstaatlichte Kärntner Hypo Alpe Adria Bank (Saldo aus Vertrauen - kein Vertrauen: -63 Prozent), die skandalumwitterte Meinl Bank (-56), die notverstaatlichte Kommunalkredit (-28) sowie die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) und die Hypo Niederösterreich (jeweils -14) bilden die Schlusslichter im APA/OGM-Vertrauensranking. Nach dem Motto "mitgehangen, mitgefangen" konnten die lokalen Volks- und Hypobanken kaum von ihrem Image der örtlichen Nähe und dem Sicherheitsimage profitieren.

Vertrauen
Am meisten Vertrauen unter der Bevölkerung genießt die Bausparkasse Wüstenrot (+37), die von den Menschen offensichtlich weniger als Bank, sondern als (Bau)sparkasse gesehen wird. "Angesichts der großen Verbreitung von Bausparverträgen ist dieser große Vertrauenswert wenig verwunderlich", so Bachmayer.

Der Begriff „Sparkasse“ mit dem damit verbundenen Image von Sicherheit und Nähe nutzt auch den lokalen Sparkassen (+29), andere Institute wie die Erste Bank (+29) profitieren vom Namensbestandteil „Sparkasse“ mit, teilweise sogar die Erste Group (+4).

Gleiches gilt für die lokalen Raiffeisenbanken (+34), wo der Imagetransfer wegen gleicher Namensbestandteile sogar bis zur Raiffeisenbank International RBI (+6) geht, obwohl dort keiner der Befragten eine Kundenverbindung hat und die tatsächliche Bekanntheit der RBI bei der Bevölkerung recht gering sein dürfte, so Bachmayer.

Recht gut ist auch der Vertrauensgrad der Oberbank (+13), obwohl der Kundenanteil und Bekanntheitsgrad im Vergleich zu den Großbanken deutlich geringer ist. In etwas abgeschwächtem Ausmaß gilt das auch für die Regionalbanken BTV (+5) und BKS (+3).

Die BAWAG PSK (+15) dürfte einen guten Teil des vor sechs Jahren beim „BAWAG-Skandal“ verlorenen Vertrauens wieder zurück gewonnen haben. Eine wichtige Rolle dürfte dabei die Fusion mit der P.S.K. und dieser Namensbestandteil bzw. die lokale Nähe spielen.

Durchaus zufriedenstellende Werte liegen auch bei der relativ jungen EasyBank (+7) und ING DiBa (+6) vor, die intensiv mit günstigen Konditionen werben.

Abgeschlagen, aber gerade noch im Plus, folgt die UniCredit Bank Austria (+1), wo der „italienisierte“ Name, aber auch konkrete Störfälle beim Online-Banking aus jüngerer Zeit sich dämpfend auf das Vertrauen ausgewirkt haben dürften.

Mit einem negativen Vertrauenssaldo müssen sich vor allem Privatbanken begnügen, die über einen relativ geringen Kundenanteil und Bekanntheitsgrad verfügen. Sie leiden auch unter dem "Reichen"-Image, wie die Privatbank Kathrein (-6) oder SemperConstantia (-11).

Auch die neuen ausländischen Banken weisen einen negativen Vertrauenssaldo aus, wie die DenizBank (-7), VakifBank (-8), aber auch Wertpapier- und Börsespezialisten wie die direktanlage.at (-12).

Der Index bildet einen Saldo aus "Vertrauen" und "kein Vertrauen" in Prozent ab und ergibt sich aus 1.000 Online-Interviews mit Österreichern ab 16 Jahren am 25. und 26. März.