So lief der erste Einkaufssamstag

680.000 Kunden allein in Wien

So lief der erste Einkaufssamstag

Tausende stürmten am Samstag die Geschäfte in allen neun Bundesländern.

Wiens Shopping-Center und Geschäftsmeilen sind am ersten Einkaufssamstag im Advent durchaus gut besucht worden. Der "Run" blieb jedoch aus: In den Einkaufsstraßen tummelten sich heute laut Schätzungen der Wiener Wirtschaftskammer (WKW) rund 680.000 Besucher. Das sind um 20.000 weniger als 2010. In den Einkaufszentren Donauzentrum, Lugner City sowie im Stadion-Center blieb die Frequenz stabil auf dem Vorjahresniveau.

"Den ersten Einkaufssamstag nützen viele Wiener erfahrungsgemäß zum Schauen und Flanieren", erklärte Kammerpräsidentin Brigitte Jank in einer Aussendung. Die Käufe sollten sich an den folgenden Samstagen und dem verkaufsoffenen 8. Dezember verdichten. Laut einer Blitzumfrage der KMU-Forschung Austria im Auftrag der Kammer waren die Händler mit der heutigen Kundenfrequenz und dem Umsatz zufrieden. Sehr viele Menschen spazierten in der Innenstadt, auf der Hietzinger Hauptstraße, der Meidlinger Hauptstraße, der Taborstraße und der Landstraßer Hauptstraße.

Was die Nachfrage betrifft, besorgten die Schenker heute offenbar hauptsächlich Kinder- und Sachbücher, Parfümerie- und Sportartikel. "Traditionell" noch etwas weniger gekauft wurden Spielwaren, Schmuck und Elektroartikel. "Der erste Einkaufssamstag im Advent ist gut angelaufen", fasste Jank zusammen. Für das gesamte Weihnachtsgeschäft prognostiziert die Kammer einen Umsatz von 365 Mio. Euro. Das ist ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Verhalten verlief der Start in den Advent in der Lugner City: "Das Weihnachtsgeschäft ist noch ruhig, weil die Leute noch zu wenig Geld haben", erklärte Hausherr Richard Lugner. Das Monatsgehalt würde bei vielen erst überwiesen werden. Das Weihnachtsgeschäft werde nächste oder übernächste Woche so richtig starten: "Der Schub kommt erst zum Ende der Weihnachtszeit." Der 23. Dezember sei der "wildeste Tag". Nichtsdestotrotz zeigte sich Lugner zufrieden mit dem heutigen Kundeninteresse: "Grundsätzlich sind wir gut unterwegs." Häufig gekauft wurden heute unter anderem Bekleidung, 3D-Fernseher, Spiele sowie Hunde- und Katzenzubehör. Eine genaue Prognose für das gesamte Weihnachtsgeschäft wollte Lugner nicht abgeben, dafür sei es noch zu früh. Für den Gesamtumsatz 2011 rechnet er mit einem Plus von etwa zwölf Prozent im Vergleich zu 2010.

Stadion-Center-Managerin Katharina Kammerer ist zufrieden mit dem Auftakt: "Das Weihnachtsgeschäft ist gut angelaufen." Es wurde aber eher sondiert als Präsente gekauft. "Die ersten zwei Wochen werden zum Gustieren und zum Schauen verwendet", berichtete sie. Häufig gekauft wurden heute Smartphones, Tablet-PCs und Bekleidung. Für das gesamte Weihnachtsgeschäft erwartet die Managerin eine "nachhaltige, positive Entwicklung". "Ziel ist ein Umsatzplus von drei bis fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr."

Im Donauzentrum, dem größten Einkaufscenter Wiens, wurde laut Center-Manager Christoph Stoll heute nicht nur geschaut, sondern auch gleich gekauft: "Der Käuferanteil ist höher als im letzten Jahr, wobei wir erst am Anfang des Weihnachtsgeschäfts sind. Die Kaufstimmung ist gut." Auffällig sei, dass "wertige Geschenkbereiche" wie Uhren und Schmuck heute verstärkt nachgefragt worden seien. Der Verkauf von Spielwaren lief hingegen schleppend an, auch Großelektronik sei "noch nicht der Renner". Für das gesamte Weihnachtsgeschäft erwartet Stoll ein "leichtes bis mittleres einstelliges Plus". Bei dieser Prognose verwies er unter anderem auf einen neuen "Hollister"-Shop, der am 8. Dezember eröffnet.

Erstmals mischt heuer das neue Einkaufszentrum in der "BahnhofCity Wien-West" beim Westbahnhof im Weihnachtsgeschäft mit, das vergangenen Mittwoch eröffnet hat. Center-Manager Ralph Teuber ist mit dem Start des Centers "außerordentlich zufrieden". Die Frequenzen und Umsätze der vergangenen Tage würden deutlich über den Erwartungen liegen. Auch heute, am ersten Einkaufssamstag, sei das Haus "hervorragend besucht" worden. Besonders gefragt waren modische Artikel, Schuhe, Schmuck und Unterhaltungselektronik. Teuber zeigte sich "sehr optimistisch" für das gesamte Weihnachtsgeschäft: "Wir sind neu, die Leute wollen uns alle kennenlernen. Wir haben einen sehr, sehr guten Branchen- und Mietermix, wir haben ein paar neue Konzepte." Zudem hätte das Einkaufscenter einen guten Standort.
 

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Der erste Einkaufssamstag im Weihnachtsgeschäft ist in der Shopping City Süd (SCS) in Vösendorf, Niederösterreichs größtem "Einkaufstempel" vor den Toren Wiens, derart gelaufen, dass Centermanager Anton Cech von einem "optimistischen Start" sprach. Die Frequenz war hoch - um 11:00 Uhr waren bereits 80 bis 85 Prozent der Kernparkplätze ausgelastet. Erfreulich war auch der Anteil ausländischer Kunden, vor allem aus der Slowakei, hieß es.

Für einen wirklichen "Run" war das Wetter zu schön, meinte Cech. Bei Sonnenschein seien die Menschen weniger in Stimmung zum Shoppen als bei winterlichen Verhältnissen. Wenn auch - traditionell am ersten Samstag - "noch nicht so sehr gekauft" wurde, dürften die Umsätze dennoch okay gewesen sein. Vor allem der Bereich Telekommunikation / Smartphones boomte, auch Textilien waren gefragt. Nach dem "durchwachsenen" Sommer konnte man in der SCS im November insgesamt bisher zufrieden sein, meinte Cech.

Von einem tollen Start im 70 Geschäfte zählenden City Center Amstetten (CCA) sprach Centerleiter Stefan Krejci: "Bis 14:30 Uhr hatten wir etwa dieselbe Besucherfrequenz wie im vergangenen Jahr. Heuer ist allerdings das Weihnachtsgeld noch nicht auf dem Konto." Die 840 Parkplätze fassende Garage war bereits um 11:00 Uhr ausgelastet. Das Gleiche galt für die 700 Garagenplätze der Rosenarcade Tulln - bei der Kundenfrequenz lag man in Tulln am Nachmittag laut Krejci bei rund zehn Prozent mehr Besuchern als im Vorjahr. Eine Steigerung dürften die Gutscheinverkäufe erfahren: Hier gab es der Aussendung zufolge gegenüber 2010 ein Plus von 35 Prozent.

Auch der Fischapark Wiener Neustadt berichtete von einer sehr guten Frequenz. Zu Mittag seien die Parkplätze zu 80 Prozent ausgelastet gewesen - obwohl erstmals nach drei Wochen Nebel die Sonne schien, was sicher zu anderen Freizeitaktivitäten gelockt hat. Am ersten Einkaufssamstag würden viele Kunden "nur schauen" und seien noch unentschlossen, was sie kaufen wollen, sprach Christian Stagl von eher verhaltenen Einkäufen. Gut angelaufen sei aber bereits der Gutscheinverkauf.

Laut NÖ Wirtschaftskammer ist der Handel für das Weihnachtsgeschäft 2011 optimistisch, aber nicht euphorisch. "Unsere Umfragen ergeben, dass die Niederösterreicher planen, pro Kopf 360 Euro fürs Christkindl auszugeben. Dies würde ein Plus von zwei bis drei zum Weihnachtsgeschäft 2010 und somit einen Weihnachtsumsatz von rund 310 Mio. Euro bedeuten", meinte Spartenobmann Franz Kirnbauer in einer Aussendung.
 

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Vielversprechend ist am ersten Einkaufssamstag das Weihnachtsgeschäft im Burgenland gestartet. Landauf, landab seien die Geschäfte voller gewesen als an herkömmlichen Samstagen, hieß es seitens der Wirtschaftskammer Burgenland (WK). Von einem Run auf die Läden könne man allerdings nicht sprechen. Das dürfte daran liegen, dass der erste Adventsamstag heuer im November ist und die Menschen daher traditionell noch etwas zurückhaltender sind, erklärte Harald Schermann, Sprecher der WK. Außerdem sei bei vielen das Weihnachtsgeld noch nicht auf dem Konto.

Auch das Wetter spielt beim Weihnachtsgeschäft eine große Rolle. Im Landessüden sei dank des anhaltenden Nebels mehr los gewesen als im Norden, teilte Schermann mit. In der Landeshauptstadt Eisenstadt schien am Samstag hingegen die Sonne und lockte vermutlich mehr Leute zu Tagesausflügen in die Natur hinaus als zum Shoppen in die Läden hinein.

Auf den Parkplätzen der einzelnen Einkaufshäuser standen dennoch zahlreiche Autos. Auch im Designer Outlet Center in Parndorf war das Weihnachtsgeschäft deutlich zu spüren: "Wir sind mit dem ersten Einkaufssamstag wirklich sehr zufrieden, das Geschäft ist sehr gut angelaufen", zog Centermanager Mario Schwann eine erste Bilanz. Der Trend der vergangenen Wochen, wonach heuer auch Kleidung und Accessoires von Luxusmarken auf dem Wunsch- und Einkaufszettel stehen, habe sich fortgesetzt, so Schwann.

Auch im Einkaufszentrum Oberwart herrschte "sehr gute Stimmung", erzählte Centermanagerin Alexandra Wieseneder. "Es waren viele Menschen hier in den Geschäften unterwegs. Unabhängig von der Branche, also ob Elektronik, Schmuck oder Bücher, überall wurde eingekauft", sagte Wieseneder. Zwar habe es noch keinen großen Ansturm gegeben, es sei aber deutlich mehr los gewesen als an vorangegangenen Samstagen. "Wir haben jetzt am ersten Wochenende natürlich auch viele Schauer, aber gleichzeitig auch viele Käufer", so die Centermanagerin. Tendenziell erwarte man sich in Oberwart aber von Woche zu Woche mehr Geschäft.

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Der 1. Einkaufssamstag ist für den Handel in Oberösterreich gut verlaufen. Es wurden gute Frequenzen beobachtet und es wurde auch schon gekauft, teilte Franz Penz, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, in einer Presseaussendung am Samstagnachmittag mit. In den meisten Einkaufszentren in und um Linz, in Wels, Steyr und in Vöcklabruck waren die Parkplätze nahezu voll ausgelastet.

"Nach diesem guten heutigen Start sind wir natürlich sehr optimistisch, dass sich das Weihnachtsgeschäft auch heuer krisenresistent zeigt", so Penz. Gehe es nach den Prognosen, könnte das Ergebnis des vergangenen Jahres gesteigert werden.

Der 1. Einkaufssamstag war überraschend stark und wesentlich besser als im letzten Jahr, sagte der Leiter der Passage an der Linzer Landstraße, Werner Prödl. Das Weihnachtsgeschäft scheine vielversprechend zu werden. Sehr zufrieden zeigte man sich auch in der PlusCity in Pasching bei Linz - dem größten Einkaufszentrum in Oberösterreich. Es werde nicht nur "gebummelt und geschaut", sondern bereits "ordentlich gekauft", so der Direktor des Einkaufszentrums, Ernst Kirchmayr.

Auch im Haid-Center in Ansfelden lief das Weihnachtsgeschäft sehr gut an, gab dessen Manager Hans Koini bekannt. Die Parkplätze seien fast ausgelastet gewesen, auch hier wurde bereits viel gekauft. "Wir hatten heute einen guten Start ins Weihnachtsgeschäft mit guten Frequenzen. Die Stimmung ist gut, die Leute kaufen aber auch schon", teilte Herwig Röck vom Stadtmarketing Wels mit.

"Dafür, dass wir erst am Beginn eines noch sehr langen Weihnachtsgeschäfts stehen, ist der heutige Samstag bei uns in Steyr sehr gut verlaufen", sagte Alfred Pech vom Stadtmarketing Steyr. Bereits am Vormittag waren die Stadt und die Adventmärkte gut besucht. In der Varena in Vöcklabruck ging der 1. Einkaufssamstag ebenfalls positiv zu Ende. Besonders Gutscheine wurden gerne gekauft, wie Manager Thomas Krötzl mitteilte.
 

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Für manche überraschend gut ist das Weihnachtsgeschäft am ersten Adventsamstag in der Steiermark angelaufen. Laut Wolfgang Sauer, Spartenobmann in der Wirtschaftskammer, sind die Einkaufszenten schon recht gut, Kaufhäuser im ländlichen Raum weniger stark besucht worden. Als Verkaufsschlager dürfte sich heuer das Smartphone herausstellen, aber auch Winterbekleidung und Spielwaren würden gut im Rennen liegen.

Sauer erklärte, dass die Rückmeldungen der Händler unterschiedlich gewesen seien: Bei manchen habe es eine hohe Frequenz und auch schon gute Umsätze gegeben, andere dagegen klagten, unter dem Niveau des Vorjahres geblieben zu sein. Der Experte meinte, dass sich der Samstag immer mehr zum Familieneinkaufstag etablieren würde und die "Leute gemeinsam unterwegs" seien.

Wenig Klagen waren beim Rundruf in den Shopping-Malls zu hören: Edith Münzer, Geschäftsführerin des Grazer Murparks, zeigte sich sehr zufrieden mit der Frequenz. Sie meinte aber, dass die Kunden noch mehr schauen als kaufen würden. Erste Trends könnte man schon ablesen: Im Elektronikbereich wanderte das Smartphone häufig über den Ladentisch und bei den Spielwaren waren am Samstag sogenannte "Monster High"-Puppen schon nahezu ausverkauft. Im Vergleich zum Vorjahr liege man auf ähnlichem Niveau, wenn nicht leicht darüber, meinte Münzer. Sie war über den ersten Einkaufssamstag positiv überrascht, zumal es Monatsende sei und die meisten ihr Gehalt erst am 1. Dezember bekommen.

Auch bei Kastner & Öhler bewege sich die Bilanz des ersten Adventsamstages etwa auf Vorjahresniveau, so Hausleiter Oliver Heun-Lechner. Besonders Spielwaren, Damenaccessoires und Herren-Sportbekleidung hätten sich gut verkauft. Zurückhaltender dagegen seien seine Kunden bei Kindermode gewesen.

Ähnlich positiv ist auch das Geschäft im Shopping Center Seiersberg angelaufen: "Wir hatten den ganzen Tag praktisch volles Haus", erklärte Geschäftsführer Peter Panwinkler. Er zeigte sich optimistisch, dass auch die Umsätze passten. Ihn habe der starke Gutschein-Verkauf überrascht. Entgegen negativer Vormeldungen halte er die Österreicher für "krisenresistent". Nach dem relativ warmen und schönen Herbst würden die Kunden nun Winterbekleidung kaufen, so Panwinkler. Auch Spartenobmann Sauer meinte, dass das Textil- und Sportartikelgeschäft nun aufholen werde.

Zufrieden war man auch beim Leoben City Shopping, wo die Parkplätze am ersten Einkaufssamstag zu 100 Prozent ausgelastet gewesen seien: "Die Sackerl der Kunden waren bunt und gut gefüllt", berichtete Centerleiter Christian Trampus. In der Arkade Liezen sei das Geschäft ebenfalls gut angelaufen. Centerleiter Richard Aigner meinte sogar, dass dieser erste Samstag des Advents neuer besser war als im Vorjahr.

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In Kärnten hat sich der Handel mit dem ersten Einkaufssamstag recht zufrieden gezeigt. Als Renner entpuppten sich Gutscheine. Die Frequenzen in den Einkaufszentren wurden allerdings unterschiedlich bewertet. Während es etwa in den Klagenfurter City Arkaden hieß, der Zustrom sei "recht gut", war man im Villacher Atrio sehr zufrieden, die Käuferanzahl liege "besser als voriges Jahr".

Während im vergangenen Jahr am ersten Einkaufssamstag frischer Schnee lag und die Wintersportartikel weggingen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln, blieben sie diesmal eher liegen. So meinte Atrio-Geschäftsführer Richard Oswald: "Es ist einfach zu warm und es gibt nirgends Schnee, das merken die Händler natürlich." Insgesamt seien Frequenz und Umsätze aber höher als im Vorjahr, "das gilt schon für die ganze Woche". Gut im Rennen lagen vor allem die Bereiche Textil und Elektronik.

Andrea Wicht von den City Arkaden zeigte sich verhalten optimistisch, viele Kunden würden vorerst gustieren und noch nicht kaufen. "Man muss aber auch bedenken, dass ja Monatsende ist und die Vorweihnachtszeit heuer insgesamt ja fast eine Woche länger als sonst." Auffallend sei, dass der Trend zu Gutscheinen, der traditionellerweise stärker wird, je näher das Fest rückt, diesmal schon jetzt begonnen hat.

Insgesamt hofft man beim Kärntner Handel, das sehr gute Ergebnis des vergangenen Jahres wieder erreichen zu können. Dabei lässt man sich auch von Umfragen, wonach die Pro-Kopf-Ausgaben für Geschenke dieses Jahr niedriger sein sollen, nicht beirren. Nicht ganz so gut lief es abseits der großen Zentren, dieser Trend ist aber auch schon seit Jahren zu beobachten.
 

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Der erste Einkaufssamstag ist für den Handel in Salzburg sehr zufriedenstellend gelaufen, auch wenn die Kundenfrequenz und der Umsatz dem Vorjahresergebnis etwas nachhinken. Schuld daran hat nicht nur die schneelose Witterung, die vor allem die Sportartikelbranche nicht gerade begünstigt, sondern auch das oft noch nicht zur Gänze ausbezahlte Weihnachtsgeld. Diese erste Bilanz zog Johann Peter Höflmaier, Geschäftsführer der Sparte Handel in der Salzburger Wirtschaftskammer.

"Wir bewegen uns aber auf sehr hohem Niveau und liegen am ersten Adventsamstag fast in Augenhöhe mit den ersten Einkaufssamstagen der letzten Jahre", sagte Höflmaier. In der Stadt Salzburg lief das Vorweihnachtsgeschäft besser als in den Bezirkshauptstädten. Dort machten sich die verschobenen Winterstarts der Seilbahnen im Umsatz bemerkbar, wie zum Beispiel in Zell am See im Pinzgau, weil noch weniger Gäste da sind. Das Sprichwort "jede Schneeflocke bringt einen Cent" treffe sicher auf manche Branchen zu, erklärte Höflmaier. Es gebe aber positive Rückmeldungen aus St. Johann im Pongau und Saalfelden (Pinzgau).

Profitiert von den Kunden, die durchaus Kauflaune an den Tag legten, haben die Schmuckbranche sowie der Geschirr-, Möbel- und Heimtextilienbereich. "Sehr nachgefragt wurden Handys, Smartphones und Geschenkgutscheine", schilderte der Sparten-Geschäftsführer. Insgesamt sei heute aber "ein bisschen weniger" umgesetzt worden als am ersten Einkaufssamstag des Vorjahres. Die Unternehmer in der Salzburger Innenstadt sind aber "sehr zufrieden", erklärte Inga Horny, Geschäftsführerin des Altstadtverbandes. "Sie erwarten sich im diesjährigen Weihnachtsgeschäft einen höheren Umsatz als im letzten Jahr. Stark im Trend liegen heuer Buch und Hörbuch, Wellness-, Gastronomie- und Kulturgutscheine. Bei den Trachtenmoden ist das "Ball-Dirndl" besonders gefragt, im Schuhgeschäft sind es Westernstiefel, war zu hören. Zu den Klassikern zählten USB-Sticks kombiniert mit Kugelschreiber.

Ein reger Andrang herrschte in den großen Einkaufszentren in der Stadt Salzburg. Im Europark wurde mehr Frequenz als im Vorjahr registriert - und zwar "um fünf bis zehn Prozent", wie Centermanager Ernst Hofbauer mitteilte. "Speziell Bücher wurden gekauft, auch Unterhaltungselektronik, Spiele und Textilien - hier merkt man, dass es kalt geworden ist. Es wäre aber schon schön, wenn es einmal schneit. Die Kauflust ist auf jeden Fall da. Wir erwarten uns fürs heurige Weihnachtsgeschäft zirka drei Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr."

Mit der Kundenfrequenz ist auch das Designer Outlet Salzburg "sehr zufrieden", wie Centermanager Petr Proy betonte. Die größte Kundengruppe komme aus Bayern, gefolgt von Salzburg und Oberösterreich. "Sie sind in guter Einkaufslaune. Besonders gefragt sind Designer- und Freizeitmode, auch Accessoires wie Krawatten, Tücher und Strümpfe." Proy vermutet, dass heute mehr Kunden einkauften als am ersten Einkaufssamstag 2010.

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Die größeren Einkaufszentren im Raum Innsbruck haben am ersten Einkaufssamstag bei mildem Herbstwetter von "guter" Frequenz berichtet. Für wirklich weihnachtliche Stimmung fehle der Schnee, hieß es übereinstimmend bei einem Rundruf der APA. Verkehrsprobleme gab es laut Polizei keine. Überall waren am Nachmittag noch freie Parkplätze verfügbar. Konkrete Umsatzzahlen für den ersten Einkaufssamstag versprachen die Händler für Montag.

Ein "ständiges Kommen und Gehen" gab es laut einem Sprecher beim größten Einkaufszentrum Westösterreichs, dem "dez" im Osten von Innsbruck. Dort standen rund 3.000 Parkplätze zur Verfügung. Freie Kapazitäten gab es auch beim "Cyta" in Völs westlich der Landeshauptstadt, das 2.000 Parkplätze anbietet.

In der Innsbrucker Innenstadt konnte man mehr Besucher als an einem "normalen" Samstag beobachten. Auch gab es erste "Italiener-Busse", die zu einem Ausflug nach Innsbruck kamen. Bei "Innsbruck Tourismus" hieß es, mit einem wirklichen Ansturm italienischer Gäste sei erst ab dem 8. Dezember zu rechnen.

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Weit und breit kein Schnee, ausnahmsweise auch kein Nebel, dafür Sonnenschein. Das waren die äußeren Bedingungen für den 1. Einkaufssamstag in Vorarlberg. Die Händler in den Innenstädten und Einkaufszentren sprachen übereinstimmend dennoch von einem "guten Start" für das Weihnachtsgeschäft. Was noch fehlt, ist richtiges Winterwetter mit Schnee und Minustemperaturen, dann dürfte auch der Verkauf von Wintersportartikeln sowie Wintermode angekurbelt werden.

In der Landeshauptstadt Bregenz zeigte sich am Nachmittag Rainer Troy von der Bregenzer Wirtschaftsgemeinschaft "WIGEM" mit dem ersten Adventsamstag nicht unzufrieden. In der Bregenzer Innenstadt herrschte in den Geschäften sowie an den Weihnachtsmarktständen reges Treiben. Es wurde viel gustiert, typische Geschenkartikel von Unterhaltungselektronik bis Parfümeriewaren gingen aber auch schon über den Ladentisch. Ein "gutes Gefühl" für den innerstädtischen Handel verspürte auch Hannes Jochum von der Werbegemeinschaft Feldkirch.

Auch das größte Einkaufszentrum in Vorarlberg, der "Messepark" in Dornbirn, registrierte einen gelungenen Auftakt. Geschäftsführer Burkhard Dünser meinte, das Weihnachtsgeschäft sei trotz Schönwetters gut gestartet. Bis auf den Sportartikelhandel ("Da fehlt noch der Schnee") seien alle anderen Branchen zufrieden. Unterhaltungselektronik, Smartphones, Spiel- oder Parfümeriewaren werden gut nachgefragt. Ein Blick auf die zahlreichen Autos mit Schweizer Kennzeichen am großen Parkplatz bestätigte Dünsers Aussage, dass rund ein Fünftel des Messepark-Umsatzes auf Franken-Kunden zurückgeht. Für das gesamte Weihnachtsgeschäft erwartet der Messepark-Geschäftsführer ein Plus von drei Prozent.