Kopie von Taxi

Insider packt aus

So mies sind die Arbeitsumstände bei Uber

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Lenker berichtet über grobe Arbeitsumstände bei Uber

Franz Svoboda (Name geändert) war ein paar Monate lang einer von mittlerweile 700 Uber-Fahrern in Wien. Aktuell ist er wieder zum Taxi zurückgekehrt. Der Grund: unmögliche Arbeitsbedingungen. "Die Behandlung des Personals ist kein europäischer Standard. Permanent wird Druck auf die Lenker ausgeübt". Eine "Motivations-Mail" zu Silvester lautete: "Bist du bereit für die stärkste Nacht des Jahres?" Dann wurde Svoboda, der seit über 10 Jahren Taxifahrer ist, wegen "zu vielen Auftragsstornierungen" an einem Freitagnachmittag gesperrt: "Ich konnte von Freitag bis Dienstag nicht fahren, da sie erst bei einem Termin am Dienstag die Sperre aufhoben."

WKO hat bereits 100 Anzeigen eingebracht

Auch bei der dynamischen Fahrpreisgestaltung von Uber schrillten Svobodas Alarmglocken: "Von der Alserstraße zum Westbahnhof wurden einem Fahrgast mehr als 60 Euro abgebucht. Eine Fahrt, die mit dem Taxi keine 14 Euro kostet."

Der Taxilenker vermutet als eigentliches Unternehmensziel von Uber nicht die Personenbeförderung, sondern das Sammeln von Bewegungsprofilen. Denn: "Mit dem Betrag von 6,50 €, die einem Uber-Fahrer von 10 € effektiv bleiben, kann ich ein Fahrzeug nicht kostendeckend betreiben, das ergibt keinen Sinn."

Laut Gökhan Keskin, Taxi-Obmann der WKO, wurden von der Fachgruppe schon 100 Anzeigen gegen Betriebe, die mit Uber zusammenarbeiten, eingebracht. Denn alleine, dass die Uber-App ein Messgerät ist, ist gesetzeswidrig. "Wir haben durch die Vermittlungsdienste auch schon viel dazugelernt, aber wir fordern die Politik dringend auf zu handeln, um Fairness und Chancengleichheit auf den Straßen sicherzustellen", so Keksin.
 

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