143,4 Mrd. Euro liegen auf Einlagekonten der EZB

SOS für den Euro: Ist mein Geld noch sicher?

Was passiert, wenn der Euro immer weiter an Wert verliert? Die Angst um unser Geld wird angesichts der Währungskrise immer größer.

Rettungspaket hin oder her – angesichts der massiven Spekulationen gegen den Euro und des fortgesetzten Kurs-Absturzes gegenüber dem Dollar steigt die Angst vor einem totalen Wertverlust der Gemeinschaftswährung. Was wir jetzt zu befürchten haben – und was nicht:

Wird der Euro zur Weichwährung? Gegenüber dem Dollar hat der Euro seit Anfang des Jahres rund 12 % an Wert eingebüßt. Solange die Unsicherheit über Griechenland und weitere EU-Pleitekandidaten anhält, werde er weiter fallen, sagen Experten. Jetzt ist der Euro bei 1,27 Dollar – es wird erwartet, dass er sich immer mehr Richtung 1:1 bewegt.

Stephan Schulmeister, Experte des Wifo, sieht im Wechselkurs aber "das geringste Problem“: "Der Euro ist nach wie vor überbewertet, sollte er noch 15–20 % fallen, wäre das kein Problem.“

Droht jetzt hohe Inflation? Wenn jetzt die starken Länder verstärkt die Schulden der schwachen übernehmen, steigt die Inflationsgefahr. Schwarzmaler rechnen damit, dass unser Geld bald nur mehr die Hälfte wert ist. Der deutsche Wirtschaftsexperte Wolfgang Gerke rechnet nicht mit einer Hyper-Inflation – "aber bei 3 bis 4 % wird sie liegen. Ursache sind die hohen Haushaltsdefizite der Staaten“, so Gerke in der Bild am Sonntag.

Was heißt die Eurokrise für Sparer? Wenn die EZB sich angesichts steigender Inflation zu einer Zinserhöhung entschließt, wäre das für Sparer gut, denn sie bekämen höhere Zinsen für ihr Geld. Allerdings: Steigt die Inflationsrate über das Zinsniveau, frisst die Geldentwertung die Zinsen auf.

Ist mein Geld am Sparbuch sicher? Die Gefahr von Bankenpleiten wegen der Griechenkrise besteht aktuell nicht – um zu vermeiden, dass unsere Banken Probleme bekommen, helfen wir Griechenland ja. Im Ernstfall greift zudem die staatliche Einlagensicherung.

Steigt die Arbeitslosigkeit? Die Eurokrise wird die Arbeitslosigkeit zunächst nicht verschärfen. Da ein schwacher Euro unserer exportorientierten Industrie sogar hilft, sind Jobs deshalb nicht gefährdet.

Sind Pensionen und Lebensversicherungen bedroht? Die großen Versicherer haben in Griechenland zwar nicht hoch investiert, mehr aber in Spanien und Italien. Käme es zu Staatspleiten und Umschuldung, müssten die Unternehmen Milliarden abschreiben – wir würden um Geld umfallen.

Ist Gold ein Rettungsanker? Das Edelmetall gilt als klassische Inflationsversicherung. Heuer hat der Goldpreis schon um 38 % zugelegt und liegt mit 1.210 Dollar je Unze knapp unter dem historischen Hoch von 1.216 Dollar. Das macht den Einstieg, erst jetzt allerdings, teuer.